Netflix Aktie: Ackman baut Position auf 4,9 Prozent
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 11:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bill Ackmans Pershing Square Capital Management hat sich erneut an Netflix beteiligt. Zwischen dem 12. und 14. August wurde eine neue Position von 3,15 Millionen Aktien bekannt, das entspricht 4,9 Prozent des Fondsportfolios zum Stichtag 30. Juni. Damit kehrt der Investor zu einem Wert zurück, mit dem er 2022 einen Verlust erlitten hatte.
In der Mitteilung von Pershing Square heißt es, Netflix habe "den Streaming-Krieg effektiv gewonnen". Der Fonds erwartet ein zweistelliges Umsatzwachstum, während die Inhaltekosten langsamer steigen sollen als die Erlöse – was die Margen weiter ausweiten dürfte.
Die aktuelle Bewertung stelle nach Einschätzung von Pershing Square einen deutlichen Abschlag dar. Diese Rückkehr ist die gewichtigste institutionelle Nachricht der vergangenen zwei Wochen und dürfte das Vertrauen anderer Anleger stärken.
Werbegeschäft läuft rund
Parallel zur Investorennachricht meldete Netflix am 10. August den Abschluss der US-Upfront-Verhandlungen für das Werbejahr 2026. Die Werbebuchungen haben sich gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt, wie das Unternehmen mitteilte – im Rahmen der eigenen Erwartungen.
Besonders gefragt war das Sponsoring der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2027: Sämtliche Spielsponsorings und fast das gesamte verfügbare Werbeinventar innerhalb der Übertragungen waren ausverkauft.
Zudem erhielt die Netflix Ads Suite als erste Plattform überhaupt eine Akkreditierung des Media Rating Council für die Verarbeitung und Auswertung von Video-Impressionen in den USA über Connected TV, mobile Apps und Desktop-Web hinweg.
Quartalszahlen liefern gemischtes Bild
Den Hintergrund für die aktuelle Investorenaktivität bilden die Zahlen zum zweiten Quartal, die Netflix am 16. Juli vorgelegt hatte. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,80 US-Dollar und übertraf die Erwartungen, der Umsatz wuchs um 13 Prozent auf 12,56 Milliarden US-Dollar.
Zugleich enttäuschte der Ausblick: Für das dritte Quartal stellte Netflix ein Umsatzwachstum von 11,7 Prozent auf 12,86 Milliarden US-Dollar in Aussicht – die Analystenschätzungen hatten zuvor bei rund 13 Milliarden US-Dollar gelegen.
Trotz der verhaltenen Prognose zeigte sich das Unternehmen kapitalmarktseitig offensiv: Im zweiten Quartal kaufte Netflix eigene Aktien im Volumen von 4,7 Milliarden US-Dollar zurück, das größte Rückkaufvolumen eines einzelnen Quartals in der Firmengeschichte. Für das erste Halbjahr summieren sich die Rückkäufe auf 5,9 Milliarden US-Dollar, von der Genehmigung stehen noch 27 Milliarden US-Dollar zur Verfügung.
Kurs mit stabiler Aufwärtstendenz
An der Börse zeigt sich das Papier robust: Der Schlusskurs vom Donnerstag lag bei 68,58 Euro, nach einem leichten Rücksetzer von 0,1 Prozent. Über die vergangenen 30 Tage steht ein Plus von 14 Prozent zu Buche, auf Wochensicht legte die Aktie um 1,5 Prozent zu. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 270,92 Milliarden Euro bleibt Netflix einer der Schwergewichte im Streaming-Sektor.
Am 5. August hatte Vorstandsmitglied Richard Barton den Verkauf von 2.160 Aktien im Wert von schätzungsweise 162.216 US-Dollar angezeigt – eine im Vergleich zur Pershing-Square-Position überschaubare Transaktion, die den positiven Grundton der jüngsten Nachrichtenlage nicht trübt.
Content-Nachschub und Branchenumfeld
Auf der Programmseite feierte am Donnerstag die fünfte und letzte Staffel von "Outer Banks" Premiere. Im weiteren Branchenumfeld sorgt derweil der Zusammenschluss von Paramount und Warner Bros.
Discovery für Diskussionen: Eine Analyse von CVL Economics und dem Department of Economic Opportunity geht davon aus, dass durch die Fusion in den kommenden drei Jahren bis zu 4.500 Film- und TV-Jobs allein in Los Angeles County wegfallen könnten.
Netflix selbst hatte im Februar erklärt, das höhere Gebot von Paramount für Warner Bros. Discovery nicht mitgehen zu wollen – ein Rückzug, der sich aus heutiger Sicht als strategisch klug erweist, während sich der Konzern stattdessen auf Werbegeschäft, Aktienrückkäufe und organisches Wachstum konzentriert.
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