Nel ASA Aktie: Analyst zweifelt an Profitabilität
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 06:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Können verzögerte Spezialaufträge die strukturellen Defizite von Nel ASA überdecken? Während das norwegische Wasserstoffunternehmen vor gut einer Woche neue Bestellungen von Collins Aerospace für U-Boot-Elektrolyseur-Stacks meldete, bleibt die Skepsis an den Finanzmärkten hoch.
Die Erlöse aus diesem Großauftrag fließen erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung in die Kassen. Gleichzeitig halten der anhaltende Margendruck sowie ein schwieriges Branchenumfeld die Zweifel an einer nachhaltigen Erholung wach.
Skeptischer Blick auf Rentabilität und Marktanteile
Die fundamentale Verfassung des Unternehmens wird von Experten kritisch bewertet. Am 29. September senkte das Analysehaus SB1 Markets das Kursziel für Nel ASA von 0,50 NOK auf 0,30 NOK und bekräftigte zugleich die Verkaufsempfehlung.
Analyst Andreas Skeisvoll Grimsmo begründete diesen Schritt mit grundlegenden Zweifeln an der geschäftlichen Entwicklung. Seiner Einschätzung nach fehle es an einem klaren Pfad in die Profitabilität, während die Branche unter massiven Überkapazitäten leide. Nel halte in diesem von starker Konkurrenz geprägten Umfeld lediglich einen Marktanteil von rund 5 Prozent.
Lange Vorlaufzeiten vor den nächsten Quartalszahlen
Kurzfristige Entlastung schaffen die jüngsten Auftragseingänge vor diesem Hintergrund nur bedingt. Wie vor gut einer Woche bekannt wurde, sicherte sich die Tochtergesellschaft Nel Hydrogen US zusätzliche Bestellungen von Collins Aerospace.
Zusammen mit einer unmittelbar zuvor gemeldeten Order summierte sich das damit verbundene Auftragsvolumen für PEM-Elektrolyseur-Stacks zur Sauerstofferzeugung in US-U-Booten auf rund 20 Millionen USD. Diese Summe soll zwar im dritten Quartal verbucht werden, die eigentlichen Auslieferungen sind jedoch erst für die Jahre 2027 und 2028 vorgesehen.
Weil diese Umsätze noch weit in der Zukunft liegen, bleibt die finanzielle Reichweite des Unternehmens ein zentrales Thema. Analyst Grimsmo stellte für das Jahr 2028 bereits die Notwendigkeit einer erneuten Kapitalaufnahme in den Raum. Für Aktionäre rückt damit die Gefahr künftiger Verwässerungen in den Fokus.
Konkrete Hinweise zum laufenden Mittelabfluss erwarten die Marktteilnehmer in Kürze. An der Börse schloss das Papier gestern bei 0,1906 Euro, was einem Abstand von 48 Prozent zum 52-Wochen-Hoch entspricht. Der Zwischenbericht wird belegen müssen, wie stabil das finanzielle Polster vor dem Beginn der Auslieferungen tatsächlich ist.
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