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Nel ASA Aktie: 135 Millionen Euro EU-Förderung im Q2

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 08:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nel ASA verzeichnet im zweiten Quartal einen deutlichen Auftragsschub, während Umsatz und Ergebnis rückläufig sind. Die Aktie notiert unter Druck.

Nel ASA: Auftragsboom trifft auf rückläufige Umsätze im Q2
Futuristische Industrieanlage für Wasserstofftechnologie und erneuerbare Energien in atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel ASA steckt mitten im Spagat zwischen einem kräftigen Auftragsplus und rückläufigen Umsätzen. Die Zahlen zum zweiten Quartal, die das Unternehmen am 15. Juli vorlegte, zeichnen ein zwiespältiges Bild: Während der Auftragseingang regelrecht explodierte, brach das operative Ergebnis weiter ein. Die Aktie notierte gestern bei 0,1962 Euro und damit 0,51 Prozent leichter – auf 30-Tage-Sicht steht ein Minus von 5,45 Prozent zu Buche.

Umsatz sinkt, Bestellungen ziehen kräftig an

Nel ASA erzielte im zweiten Quartal Erlöse aus Kundenverträgen von 153 Millionen norwegischen Kronen, ein Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die gesamten Umsätze und Erträge summierten sich auf 182 Millionen Kronen, nach 215 Millionen Kronen im zweiten Quartal 2025. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel mit minus 155 Millionen Kronen deutlich negativer aus als im Vorjahreszeitraum, als noch minus 86 Millionen Kronen zu Buche standen. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 189 Millionen Kronen, nach minus 131 Millionen Kronen ein Jahr zuvor. Bereinigt um einen Vergleich mit dem japanischen Partner Iwatani in Höhe von 70 Millionen Kronen fiel das EBITDA gegenüber dem Vorjahr allerdings nahezu unverändert aus.

Deutlich positiver entwickelte sich der Auftragseingang: Er stieg auf 230 Millionen Kronen und damit um 224 Prozent gegenüber den 71 Millionen Kronen im zweiten Quartal 2025. Der überwiegende Teil dieser neuen Bestellungen, 96 Prozent, entfiel auf das PEM-Elektrolyseur-Segment. Der Auftragsbestand zum Quartalsende erreichte 1,2 Milliarden Kronen, bei einer Kassenposition von 1,3 Milliarden Kronen.

Auf Segmentebene zeigte sich ein gemischtes Bild: Die PEM-Elektrolyseur-Sparte steigerte ihre Erlöse gegenüber dem ersten Quartal um 31 Prozent auf 97 Millionen Kronen, blieb damit aber 10 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Alkaline-Elektrolyseur-Geschäft verzeichnete einen Umsatzrückgang von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, während sich das EBITDA in diesem Segment weitgehend stabil hielt.

Neue Produktlinie und EU-Fördergelder als Hoffnungsträger

Als strategischen Fortschritt verbuchte Nel ASA die kommerzielle Einführung seiner PA-Serie, einer druckbeaufschlagten Alkaline-Plattform, am 8. Mai. Bis Ende 2026 soll die Serie eine Kapazität von 500 Megawatt erreichen, mit einer Erweiterungsoption auf 1 Gigawatt im Jahr 2027. Zusätzlich flossen im zweiten Quartal die ersten Fördermittel aus einem EU-Programm über 135 Millionen Euro, deren erste Meilensteinzahlung das Unternehmen im Berichtsquartal verbuchte.

Überschattet wird die operative Entwicklung von einem Führungswechsel an der Unternehmensspitze. Vorstandschef Håkon Volldal hatte im Juni seinen Rücktritt angekündigt, um sich einer anderen beruflichen Aufgabe zuzuwenden. Seine sechsmonatige Kündigungsfrist läuft bis Mitte Dezember, ein Nachfolger steht bislang nicht fest. Diese Unsicherheit an der Spitze fällt in eine Phase, in der Nel ASA gleichzeitig seine neue Produktplattform hochfahren und die Profitabilität verbessern muss.

Ausblick: Nächste Zahlen erst im Oktober

Für Anleger bleibt die Kursentwicklung angespannt: Der Titel notiert derzeit 46,32 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro, das am 25. Mai erreicht wurde. Zum 52-Wochen-Tief von 0,1731 Euro vom 26. Februar besteht dagegen noch ein Puffer von 13,34 Prozent. Die nächste Gelegenheit, die Fortschritte bei PA-Serie und Auftragsumsetzung zu überprüfen, bietet sich erst am 21. Oktober, wenn Nel ASA seine Zahlen zum dritten Quartal vorlegt. Bis dahin dürfte der Markt vor allem beobachten, ob sich der starke Auftragseingang tatsächlich in steigenden Umsätzen niederschlägt – und wer die Nachfolge von Volldal antritt.

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