Nebius Aktie: Preise steigen weiter
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 19:27 Uhr | Redaktion boerse-global.deNebius sieht die Preise für KI-Rechenleistung schneller steigen als erwartet. Das sagte Marc Boroditsky, Chief Revenue Officer des Unternehmens, am Mittwoch in einem Interview. Es ist ein klares Signal in einer Phase, in der Anleger das Geschäftsmodell der sogenannten Neoclouds hinterfragen.
Schuldenfrage drückt auf den Sektor
Auslöser der Skepsis ist CoreWeave. Der Konkurrent muss deutlich mehr für Fremdkapital zahlen, und die Debatte über die Schuldenlast beim Rechenzentrumsausbau belastet auch Nebius und Iren. Deren Aktien gaben im vergangenen Monat spürbar nach.
Boroditsky grenzt sein Unternehmen ab: Nebius trage nicht die Art von Schulden, die CoreWeave drücke. Zudem sei die Nachfrage hoch. Würde Nebius seine Kapazitäten für 2027 ans Netz bringen, wären sie ausverkauft. Für 2028 erwartet er eine ähnliche Dynamik.
Als Beleg verwies er auf eine Auktion für Rechenkapazität am Dienstag. Sie habe weiter steigende Preise pro Megawatt gezeigt, eine Kennzahl, die angibt, was Kunden für eine bestimmte Menge Rechenleistung zahlen.
Rückenwind von SpaceX und Nvidia
Zusätzlichen Auftrieb lieferte SpaceX. Das KI-Geschäft des Konzerns steigerte den Umsatz auf das Neunfache, auf 7,56 Milliarden Dollar. Finanzchef Bret Johnsen sprach von Preisen leicht oberhalb der Spanne von 30 bis 50 Dollar pro Watt. Nebius legte daraufhin zu, ebenso CoreWeave, Iren und Applied Digital im vorbörslichen Handel.
Auch Crusoe-Chef Chase Lochmiller zeichnet ein ähnliches Bild. Ältere Nvidia-Chips wie die A100 erzielten heute höhere Preise als 2020 oder 2021. Das ist für die Debatte wichtig, wie schnell GPUs an wirtschaftlichem Wert verlieren.
Nebius selbst legte heute parallel auf der Nvidia-Konferenz GTC in Berlin nach. Das Unternehmen veröffentlicht öffentliche Live-Spotpreise für GPU-Kapazität, ergänzt um Reserve-Auktionen und Pay-as-you-go. Ein Pilotprogramm soll Kunden belohnen, die ungenutzte GPUs in den Spot-Pool zurückgeben. Zudem weitet Nebius sein Förderprogramm für KI-Entwickler in Europa mit weiteren 10 Millionen Dollar an Rechenguthaben aus.
Nvidia-Chef Jensen Huang lobte Nebius zuletzt, der Anbieter entwickle sich „wirklich gut“. In Europa punktet das Unternehmen vor allem mit Zugang zu Flächen und Strom. Kunden wie Black Forest Labs, Photoroom und Prosus nutzen die Plattform bereits.
Die Preisdaten dürften nun zum Gradmesser werden: Steigen die Spotpreise auf der neuen öffentlichen Plattform weiter, stützt das Boroditskys These. Geben sie nach, gerät die Argumentation gegenüber den Schuldenbedenken unter Druck.
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