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National Grid Aktie: Trassenpläne gehen in zweite Konsultation

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 04:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der britische Netzbetreiber legte neue Trassenentwürfe vor, während US-Gaspläne auf Kritik stoßen und KI-Investitionen vorankommen.

Hochspannungsmasten in britischer Landschaft bei Sonnenuntergang, Stromübertragung
National Grid plc (GB00BDR05C01) betreibt Hochspannungsleitungen für die Stromübertragung in Großbritannien und den USA Illustration mit AI erstellt.

Mit der Konkretisierung wichtiger Infrastrukturpläne stellt National Grid die Weichen für die kommenden Jahre. Am Donnerstag hat der britische Netzbetreiber verfeinerte Entwürfe für das Stromübertragungsprojekt zwischen Weston Marsh und East Leicestershire vorgelegt. Die Aktie des Konzerns ging am Freitag bei einem Schlusskurs von 13,15 Euro aus dem Handel.

Langfristiger Fahrplan für britische Trassen

Das Übertragungsvorhaben in den East Midlands soll die Transportkapazitäten im britischen Stromnetz langfristig stärken. Das Unternehmen eröffnete dazu die zweite Konsultationsphase, um Rückmeldungen zu den Plänen einzuholen.

Der zeitliche Rahmen für die Umsetzung ist langfristig angelegt: Die Einreichung des formellen Genehmigungsantrags plant National Grid für das Jahr 2028. Ein Baubeginn wird für 2029 angestrebt, während die Inbetriebnahme der Trasse für 2033 vorgesehen ist.

Parallel treibt das Unternehmen auch den operativen Betrieb auf Verteilerebene voran. So kündigte National Grid DSO eine Beschaffungsrunde für langfristige Netzflexibilität an. Die Maßnahme führt ein lokales Spannungsmanagement in 100 ausgewählten Niederspannungszonen ein und soll dabei helfen, das Verteilnetz an neue Anforderungen anzupassen.

Verbraucherschützer kritisieren Gaspläne in den USA

Während der Ausbau der Stromübertragung voranschreitet, sieht sich der Versorger auf dem US-Markt mit Widerstand konfrontiert. Am Mittwoch bezogen die Organisationen Earthjustice und Alliance for a Green Economy Stellung gegen einen Vorschlag von National Grid zur Tarifstabilisierung im Bundesstaat New York.

Die Kritiker werfen dem Unternehmen vor, dass die geplante Regelung den Ausbau des dortigen Gassystems im Umfang von mehr als 1 Milliarde $ ermöglichen würde. Aus Sicht der Initiativen drohe dies die Verbraucher zu belasten, da die Kosten ab 2028 zu spürbar höheren Rechnungen für die Kunden führen könnten.

Digitalisierung und künstliche Intelligenz im Fokus

Neben klassischen Netzinvestitionen rückt der technologische Wandel in den Mittelpunkt. Im Rahmen einer jährlichen Erhebung von National Grid Partners berichtete die Beteiligungsgesellschaft, dass Energieversorger vermehrt künstliche Intelligenz einsetzen.

Als wesentlicher Treiber gilt der rasch steigende Strombedarf durch Rechenzentren, der Netze vor neue Belastungsproben stellt. Vor diesem Hintergrund investierte der Investmentarm strategisch in das Unternehmen Terragrit, dessen Softwareplattform betriebliche Veränderungen in Energie- und Versorgungsnetzen simuliert.

An der Börse notiert der Versorger derzeit mit einem Abstand von 19 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 16,20 Euro. Die aktuellen Vorhaben zeigen das Spannungsfeld, in dem sich der Konzern bewegt: Auf der einen Seite stehen hohe Investitionsbedarfe für die Netzmodernisierung, auf der anderen Seite wachsen die regulatorischen Auseinandersetzungen um Kosten und Tarife.

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