National Grid Aktie: Gewinnprognose für 2027 angehoben
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 21:21 Uhr | Redaktion boerse-global.deNational Grid hat heute die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2027 angehoben. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll um 15–16% wachsen. Zugleich treibt das Unternehmen den Netzausbau voran. Für Anleger steht damit die Finanzierung im Mittelpunkt: Das höhere Gewinnwachstum spricht für National Grid, sofern die steigende Verschuldung den Ausbau dauerhaft trägt.
Netzausbau stützt die höhere Prognose
Zuvor hatte National Grid beim bereinigten Gewinn je Aktie ein Wachstum von 13–15% erwartet. Die Investitionen sollen im Geschäftsjahr 2027 rund 13,5 Milliarden Pfund erreichen. Die neue Prognose verbindet damit höhere Gewinnerwartungen mit einem umfangreichen Kapitaleinsatz.
Besonders kräftig wächst das britische Stromübertragungsgeschäft. Es liefert einen konkreten operativen Beleg für den Ausbaukurs: Investitionen und Segmentgewinn legten im gemeldeten Halbjahr deutlich zu.
Die Investitionen in diesem Bereich stiegen um 71% auf 2,9 Milliarden Pfund. Der Segmentgewinn erreichte 1,2 Milliarden Pfund. Alle sechs Projekte der ersten ASTI-Ausbauwelle befinden sich im Bau.
Auch auf Konzernebene zeigt sich der Ergebnisfortschritt. Entscheidend für die Attraktivität des Ausbauprogramms ist, ob National Grid diesen Fortschritt während der weiteren Bauphase fortsetzen kann.
Der bereinigte Betriebsgewinn stieg im gemeldeten Halbjahr um 13% auf 2,6 Milliarden Pfund. Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich um 22%.
Schulden wachsen mit dem Investitionsprogramm
Der Kapitalbedarf bleibt die zentrale Belastung des Wachstumskurses. Laut Telegraph erwartet Finanzchef Andy Agg bis 2031 Nettoschulden von 60–70 Milliarden Pfund. Bereits im zweiten Halbjahr rechnet National Grid mit einem weiteren Schuldenanstieg um 4 Milliarden Pfund.
Damit gewinnt die Umsetzung der Bauvorhaben an Bedeutung. Für die Aktie spricht der höhere Gewinnausblick, sofern die Investitionen die erwarteten Ergebnisbeiträge liefern und ihre Finanzierung tragfähig bleibt.
National Grid strebt bis zum Geschäftsjahr 2031 Investitionen von mindestens 70 Milliarden Pfund an. Nach den vom Telegraph wiedergegebenen Planungen soll der Anlagenwert auf 115 Milliarden Pfund steigen.
Die Finanzierung hat zugleich eine politische Dimension. Der Telegraph stellt den Zusammenhang zwischen dem Netzausbau und höheren Belastungen für Haushalte heraus. Für Anleger gehört damit auch die Bezahlbarkeit der Energieversorgung zur Bewertung des Investitionskurses.
Großprojekt konkretisiert den Ausbaupfad
Wie weit der Ausbau bereits fortgeschritten ist, zeigt Eastern Green Link 2. Beim Gemeinschaftsprojekt von SSEN Transmission und National Grid Electricity Transmission entstehen an den Konverterstationen Peterhead und Wren Hall dauerhafte Gebäude. Weitere Bauarbeiten und die Kabelinstallation stehen an.
Das Projekt hat ein Volumen von 4,3 Milliarden Pfund. Die Verbindung zwischen Peterhead und Drax soll eine Kapazität von 2 Gigawatt erhalten; die Inbetriebnahme wird für 2029 erwartet.
Für National Grid zählt damit neben der höheren Gewinnprognose vor allem die Ausführung. Der Ausbaukurs bleibt für Anleger überzeugend, sofern Baufortschritt, Ergebniswachstum und Finanzierung zusammenpassen.
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