NASDAQ 100: Triple Witching Day mit Billion-Volumen
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 05:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Technologieindex NASDAQ 100 hat am gestrigen Donnerstag mit einem deutlichen Kursplus auf die jüngste Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) reagiert. Während die Marktteilnehmer die Rückkehr zu einer strafferen Geldpolitik verarbeiteten, richtet sich der Fokus am heutigen Freitag auf den sogenannten „Triple Witching Day“.
Bei diesem großen Hexensabbat der Börse verfallen Optionen auf Aktien und Indizes im Volumen von über einer Billion US-Dollar, was den umfangreichsten Verfallstermin des laufenden Jahres markiert.
Entspannung an den Anleihemärkten stützt Technologiewerte
Die kräftige Erholung am gestrigen Handelstag wurde maßgeblich durch eine Entspannung bei den Renditen für Staatsanleihen sowie sinkende Energiepreise getrieben.
Diese Entwicklung entlastete die zinssensiblen Wachstumsunternehmen des NASDAQ 100 spürbar. Unter den Schwergewichten konnten insbesondere Nvidia und Amazon mit Kursgewinnen von jeweils 2 % überzeugen, während Intel ein Plus von 7 % verbuchte.
Nachdem der Index gestern um 1,7 % auf 29.446,98 Punkte gestiegen war, folgt die deutliche Gegenbewegung auf eine Phase der Unsicherheit: In sieben der acht vorangegangenen Handelstage vor dem Fed-Entscheid hatte der Markt Verluste verzeichnet. Medienberichten zufolge hat der klare Kurs der Notenbank nun einen Teil der zuvor lastenden Ungewissheit beseitigt.
Die Zinswende unter Chairman Warsh
Die Fed hatte am Mittwoch den Leitzins einstimmig um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 % bis 4,00 % angehoben. Es handelt sich um die erste Erhöhung seit Juli 2023 und zugleich den ersten Zinsschritt unter der Führung des neuen Vorsitzenden Kevin Warsh.
Der aktuelle „Dot Plot“ der Notenbank, der die Erwartungen der Ratsmitglieder widerspiegelt, signalisiert für das laufende Jahr mindestens eine weitere Anhebung.
Flankiert wurde die Zinswende von robusten Wirtschaftsdaten aus dem August. Besonders die sogenannte Core Control Group, die als wichtiger Indikator für den privaten Konsum gilt, verzeichnete den stärksten Zuwachs seit über einem Jahr. Diese wirtschaftliche Resilienz stützt zwar die Unternehmensgewinne, liefert der Fed jedoch gleichzeitig weitere Argumente für eine restriktive Politik zur Inflationsbekämpfung.
Volatilität durch den großen Hexensabbat
Für den heutigen Freitag rechnen Experten mit einer erhöhten Volatilität. Historisch führt das Zusammenfallen der Verrechnungstermine verschiedener Derivate oft zu sprunghaften Kursbewegungen und einem massiv ansteigenden Handelsvolumen, da institutionelle Investoren ihre Positionen glattstellen oder in neue Kontrakte rollen müssen.
Dennoch blicken einzelne Marktstrategen optimistisch auf den weiteren Jahresverlauf. Er sieht eine mögliche Schwächephase gegen Ende September als potenzielle Einstiegschance, bevor ab Oktober eine breitere Erholung einsetzen könnte. Dabei dürften Technologiewerte aufgrund der massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz weiterhin eine zentrale Rolle spielen.
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