NASDAQ 100: SpaceX-Frequenzdeal belastet Telekomwerte
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 02:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Nasdaq 100 legte am Freitag um 0,5 Prozent zu und ging bei 30.883,15 Punkten aus dem Handel. Damit notiert das Börsenbarometer 1,5 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Die Kursgewinne im Technologiesektor fingen dabei deutliche Einbrüche im Telekommunikationsbereich auf, die durch neue Mobilfunkpläne von SpaceX ausgelöst wurden.
Mobilfunkpläne setzen Netzbetreiber unter Druck
Auslöser der Kursverluste bei Telekomwerten war eine Vereinbarung von SpaceX über den Erwerb landesweiten Frequenzspektrums im 800-Megahertz-Band von Grain Management. Das Raumfahrtunternehmen plant, diese Frequenzen für den Ausbau seines Dienstes Starlink Mobile zu nutzen. Eine behördliche Genehmigung durch die US-Telekomaufsicht FCC steht für das Vorhaben allerdings noch aus.
Die Nachricht löste erhebliche Unruhe unter den etablierten Anbietern aus. Die im Index vertretene Aktie von T-Mobile US fiel am Freitag um 13,3 Prozent auf ein 52-Wochen-Tief. Medienberichten zufolge beläuft sich der unbestätigte Kaufpreis für das Spektrum auf rund acht Milliarden US-Dollar. Auch Branchenrivalen wie AT&T und Verizon verzeichneten kräftige Abgaben.
Analysten bewerten die Lage für die bestehenden Mobilfunkkonzerne differenziert. JPMorgan sieht kurzfristig nur begrenzte Risiken, da der Aufbau eines vollwertigen Netzes erhebliche Zeit, Infrastruktur und Kapital verlangt. Auch Morgan Stanley rechnet lediglich mit einer schrittweisen Wirkung auf den Wettbewerb, die sich voraussichtlich zunächst auf ländliche Märkte beschränken wird.
Erholung bei Halbleiter- und Chipwerten
Dem Verkaufsdruck im Telekomsektor stand am Freitag eine Erholung der Chiphersteller gegenüber. Nach vorangegangenen Verlusttagen fassten Anleger bei Technologietiteln wie Nvidia und Micron wieder Mut. Laut einem Bericht von Bloomberg erwartet OpenAI bis zum Jahresende einen annualisierten Umsatz von mindestens 70 Milliarden US-Dollar, was Nachfragesorgen im Bereich der künstlichen Intelligenz spürbar dämpfte.
Zugleich brachte ein Rückgang der Rohölpreise Entlastung für den Gesamtmarkt. Aussagen aus der US-Politik milderten geopolitische Spannungen rund um den Nahen Osten, woraufhin die Sorte Brent nachgab. Auch die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen sank leicht von ihren jüngsten Höchstständen ab, was den Zinssatzdruck auf zinssensible Wachstumsunternehmen vor dem Wochenende abmilderte.
Ausblick auf die Berichtssaison
Mit dem Ende der Handelswoche richtet sich das Augenmerk der Marktteilnehmer auf fundamentale Unternehmenszahlen. In der kommenden Woche startet an der Wall Street die Quartalsberichterstattung, unter anderem mit den Zahlen von JPMorgan. Für die hoch bewerteten Technologiewerte im Nasdaq 100 wird entscheidend sein, ob die kommenden Geschäftsergebnisse das Bewertungsniveau stützen können.
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