NASDAQ 100: Ölpreis bremst Erholung aus
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 18:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach dem Rücksetzer vom Dienstag versucht sich der NASDAQ 100 an einer Stabilisierung — allzu weit kommt der Index dabei aber nicht. Zur Wochenmitte pendelt er knapp über der Marke von 29.000 Punkten, während Ölpreise und Zinssorgen die Anleger weiter in Schach halten.
Der Index hatte am Dienstag um 1,29 Prozent auf 29.077 Punkte nachgegeben, deutlich stärker als der marktbreite S&P 500 mit minus 0,71 Prozent. Zinssensible Technologiewerte reagieren besonders empfindlich auf die jüngste Entwicklung am Ölmarkt: Neue Angriffe im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt und Attacken auf Tanker in der Straße von Hormus haben die Hoffnung auf eine Entspannung der Energiepreise zunichtegemacht. Höhere Ölpreise nähren die Inflationssorgen — und genau das bringt die Fed-Politik zurück ins Zentrum der Aufmerksamkeit.
Zinserwartung verschiebt sich
Notenbankchef Kevin Warsh hatte zuletzt deutlich gemacht, dass die Inflation nicht schnell genug zurückgehe. Am Markt hat sich daraufhin die Erwartung verfestigt, dass die Fed im September doch noch an der Zinsschraube dreht — eine Wende gegenüber der bisherigen Annahme einer Zinspause. Steigende Anleiherenditen verstärken den Druck auf Wachstumswerte zusätzlich, weil festverzinsliche Papiere im Vergleich attraktiver werden.
Zur Wochenmitte richtet sich der Blick zudem auf den bevorstehenden Arbeitsmarktbericht. Ein unerwartet starker Report für August könnte paradoxerweise negativ aufgenommen werden, weil er die Zinserhöhungserwartung weiter befeuern würde.
Einzelwerte sorgen für Kontraste
Trotz der schwierigen Gesamtlage liefern einzelne Unternehmen deutliche Gegenimpulse. Dell legte nach starken Quartalszahlen und einer angehobenen Jahresprognose vorbörslich über neun Prozent zu, angetrieben von der Nachfrage nach KI-Servern.
GitLab sprang nach einer angehobenen Umsatzprognose um rund 24 Prozent nach oben, während Credo Technology nach Zahlen zweistellig verlor. Palo Alto Networks übertraf mit seinem Gewinnausblick zwar die Erwartungen, gab aber leicht nach — nach der fast verdoppelten Kursentwicklung seit Jahresbeginn ein naheliegender Fall von Gewinnmitnahmen.
Chartseitig zeigt sich der Index unter Druck: Wichtige gleitende Durchschnittslinien wurden nach unten durchbrochen, die erwartete Handelsspanne für den Tag liegt zwischen rund 28.750 und 29.320 Punkten. Nach Handelsschluss legt Broadcom Quartalszahlen vor — ein Bericht, der angesichts der KI-Fantasie im Chipsektor Signalwirkung für die Gesamtrichtung des Index entfalten könnte.
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