NASDAQ 100: Nvidia erwartet 70 Prozent Wachstum
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 12:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die jüngsten Quartalszahlen des Halbleitergiganten Nvidia haben dem NASDAQ 100 in der vergangenen Woche deutliche Impulse verliehen. Während die außergewöhnliche Wachstumsdynamik im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) die Technologiewerte stützte, sorgten die Lage am US-Anleihemarkt und eine uneinheitliche Haltung innerhalb der US-Notenbank für anhaltende Volatilität. Am Freitag gab der Index jedoch um -0,4 Prozent nach und beendete die Handelswoche bei 29.349,46 Punkten.
KI-Gigant treibt den Technologiesektor an
Der Haupttreiber für die positive Stimmung in den vergangenen Tagen war der Quartalsbericht von Nvidia am Mittwoch. Laut Bloomberg übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten deutlich und kündigte für das Fiskaljahr 2028 ein Umsatzwachstum von rund 70 Prozent an.
In der Folge stieg der Marktwert des Konzerns um 442 Milliarden US-Dollar. Diese Euphorie wirkte sich am Donnerstag unmittelbar auf den gesamten Sektor aus und verhalf dem NASDAQ 100 zu einem Tagesplus von 1,4 Prozent.
Besonders profitierten andere Schwergewichte der Chipbranche und Softwarehäuser. CNBC berichtete von Kursgewinnen bei Broadcom, die nach den Nvidia-Zahlen um 4,5 Prozent zulegten, während Intel ein Plus von 4 Prozent verzeichnete.
Auch Softwareanbieter wie Salesforce und CrowdStrike zeigten Stärke. Diese Erholung folgte auf eine Phase der Schwäche, in der Werte wie Micron Technology und Advanced Micro Devices (AMD) zuvor noch deutliche Rücksetzer von bis zu 5,8 Prozent hinnehmen mussten.
Zinspolitik und Anleihemärkte belasten
Dem technologischen Aufwind standen Belastungen durch steigende Renditen bei US-Staatsanleihen gegenüber. Die Rendite der 30-jährigen Treasury-Anleihen erreichte laut CNBC am 18. August ein 19-Jahres-Hoch, getrieben durch Haushaltsdefizite und eine Inflation, die weiterhin über dem Zielwert der Federal Reserve liegt. Ein Anstieg der Renditen verteuert tendenziell die Refinanzierung von Wachstumsunternehmen und setzt deren Aktienbewertungen unter Druck.
Zusätzliche Unsicherheit kam durch die Veröffentlichung der Protokolle der letzten Notenbanksitzung auf. Die Federal Reserve hatte den Leitzins Ende Juli zwar bei einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen, doch offenbarten die Abstimmungsergebnisse eine seltene Uneinigkeit.
Drei Regionalpräsidenten — Beth Hammack, Neel Kashkari und Lorie Logan — stimmten gegen die Entscheidung und forderten stattdessen eine Zinserhöhung. Diese hawkishe Tendenz innerhalb des Gremiums sorgt vor der nächsten Sitzung Mitte September für Diskussionsstoff unter Anlegern.
Diskrepanz in der Marktbreite
Trotz der Rekordläufe einzelner KI-Titel zeigt die interne Struktur des Index Risse. Medienberichten zufolge notierte der NASDAQ 100 zu Beginn der vergangenen Woche zwar nur knapp unter seinem Rekordniveau, doch fast die Hälfte der 102 Indexmitglieder befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 20 Prozent unter ihren jeweiligen Höchstständen. Diese mangelnde Marktbreite deutet darauf hin, dass die aktuelle Performance stark von einer kleinen Gruppe hochkapitalisierter Tech-Werte getragen wird.
Seit Jahresbeginn konnte der NASDAQ 100 dennoch ein Plus von 16 Prozent verbuchen. Damit notiert das Börsenbarometer aktuell -4,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Zur Stabilisierung des Index tragen auch neue Markteintritte bei, wie die 26,5 Milliarden US-Dollar schwere Notierung von SK Hynix im Juli, die als bisher größtes US-Debüt eines ausländischen Unternehmens gilt. Neben dem KI-Sektor lieferten zuletzt auch Kryptowerte wie Coinbase und Robinhood Unterstützung, nachdem Bitcoin eine starke Wochenperformance gezeigt hatte.
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