NASDAQ, Chipwerte

NASDAQ 100: Chipwerte treiben Index um 1,4%

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 23:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Halbleiterwerte legen zu, doch viele US-Aktien verlieren weiter; Meta und Tesla berichten am Mittwoch über ihre Geschäftsentwicklung.
Ein moderner, lichtdurchfluteter Arbeitsplatz in einem Technologieunternehmen mit Fokus auf Hardware. Illustration mit AI erstellt.

Chipaktien treiben den Nasdaq 100 heute nach oben. Der Index gewinnt 1,4% auf 29.604,75 Punkte. Sinkende Anleiherenditen und Ölpreise sowie Analystenhochstufungen stützen die Gegenbewegung. Eine breite Rückkehr der Risikobereitschaft lässt sich daraus allerdings nicht ableiten: Außerhalb von Technologie und künstlicher Intelligenz stehen viele US-Aktien weiter unter Druck.

Halbleiter finden wieder Käufer

Nach dem massiven Ausverkauf greifen Anleger bei Chipwerten wieder zu. Reuters zufolge hatte die Branche während acht Handelssitzungen rund 2 Billionen US-Dollar Börsenwert verloren. Heute zählen Intel, AMD, Micron und Broadcom zu den Gewinnern.

Einen konkreten Impuls liefert JPMorgan mit der Hochstufung von Intel von „Underweight“ auf „Neutral“. Auch Nvidia beteiligt sich an der Erholung. Damit gewinnt die Gegenbewegung innerhalb des Halbleitersektors an Breite, nachdem zuvor zahlreiche Branchentitel gemeinsam gefallen waren.

Für den Gesamtmarkt bleibt die Beteiligung dagegen begrenzt. AP berichtet, dass die Mehrheit der US-Aktien außerhalb von KI und Technologie heute nachgibt. Der steigende Nasdaq 100 signalisiert deshalb zunächst eine Rückkehr der Käufer in die zuvor besonders stark verkauften Technologiewerte. Er belegt noch keine umfassende Entspannung an der Wall Street.

Kreditrisiken verschwinden nicht

Auch CoreWeave profitiert von einer positiveren Analysteneinschätzung. Goldman Sachs hebt die Empfehlung von „Neutral“ auf „Buy“ an. Der Schritt unterstützt die Stimmung gegenüber KI-Aktien, deren Finanzierung zuletzt erhebliche Zweifel ausgelöst hatte.

Laut Reuters richten sich die Sorgen bei CoreWeave auf Schulden von 50 Milliarden US-Dollar. Die Rendite einer Anleihe mit Fälligkeit 2031 sank heute auf rund 15%. Das zeigt eine Entspannung am Kreditmarkt, aber weiterhin hohe Finanzierungskosten.

Die Aktienerholung und die Finanzierungsfrage sind damit auseinanderzuhalten. Niedrigere Marktzinsen können den Druck auf kapitalintensive KI-Projekte mindern. Ob die hohen Ausgaben ausreichend Erträge liefern, müssen die Unternehmen jedoch erst mit ihren Geschäftszahlen untermauern.

Unternehmenszahlen müssen den Anstieg stützen

Der nächste Prüfstein folgt bereits diese Woche. Meta und Tesla legen am Mittwoch Ergebnisse vor. Bei Meta steht nach Einschätzung von Reuters insbesondere das Wachstum der Investitionen im Fokus.

Anleger achten dabei nicht allein auf neue Ausgabenpläne. Entscheidend sind auch Hinweise darauf, wie sich die KI-Investitionen in Umsatz und Gewinn niederschlagen. Genau hier liegt die Verbindung zwischen der heutigen Erholung und den bevorstehenden Berichten.

Für den Nasdaq 100 steht damit zunächst eine sektorgetriebene Gegenbewegung zu Buche. Belastbarer würde sie durch Geschäftszahlen, die neben anhaltender Nachfrage auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Investitionen bestätigen. Die heutige Kaufbereitschaft nimmt diesen Nachweis noch nicht vorweg.

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