NASDAQ, Rendite

NASDAQ 100: 30-jährige Rendite bei 5,34 Prozent

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 19:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Nasdaq 100 versucht sich nach dem jüngsten Ausverkauf zu stabilisieren, während steigende Anleiherenditen und geopolitische Spannungen die Stimmung belasten. Halbleiterwerte geraten trotz starker Quartalszahlen unter Druck.

Nasdaq 100: Stabilisierungsversuch nach Kursrutsch – Anleihenrenditen und Ölpreis belasten Tech-Aktien
Ein professioneller Händler an einem modernen Arbeitsplatz vor Bildschirmen mit abstrakten Marktdaten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach einem deutlichen Kursrutsch am Vortag versucht der Nasdaq 100 am heutigen Mittwoch eine Stabilisierung. Der Index notiert aktuell bei 29.507,34 Punkten, was einem knappen Zuwachs von 0,06 % entspricht. Damit bleibt das Barometer jedoch mit einem Abstand von -4,1 % deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Juni.

Belastet wird die Stimmung am Markt vor allem durch einen massiven Ausverkauf an den Anleihemärkten sowie wachsende geopolitische Spannungen im Nahen Osten, die den Ölpreis auf Mehrwochenhochs getrieben haben.

Rendite-Rallye am Anleihenmarkt bremst Wachstumsaktien

Der Hauptbelastungsfaktor für den technologieorientierten Nasdaq 100 ist die Entwicklung der US-Staatsanleihen. Die Rendite der 30-jährigen Treasury-Bonds kletterte am Dienstag auf bis zu 5,34 %, den höchsten Stand seit dem Jahr 2007. Auch die 10-jährigen Renditen markierten mit über 4,7 % Mehrjahreshochpunkte.

Ein weltweiter Abverkauf von Anleihen hat die Märkte erfasst, wobei auch japanische Staatsanleihen Renditen erreichten, die zuletzt Mitte der 1990er Jahre gesehen wurden.

Für Technologieunternehmen sind steigende Zinsen eine doppelte Belastung: Zum einen verteuern sie die Refinanzierung von Wachstum, zum anderen sinkt der Barwert künftiger Gewinne, was die hohen Bewertungen im Tech-Sektor unter Druck setzt.

Medienberichten zufolge sinkt zudem die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed im September, während Marktteilnehmer gespannt auf die Veröffentlichung der jüngsten Sitzungsprotokolle warten.

Halbleiter-Sektor trotz starker Quartalszahlen unter Verkaufsdruck

Besonders hart traf es gestern den Halbleitersektor. Der Philadelphia Semiconductor Index verzeichnete einen Rückgang von über 5 %. Schwergewichte wie Nvidia büßten über 2 % an Wert ein, während Titel wie Micron und SK Hynix Verluste zwischen 7 % und 9 % hinnehmen mussten. Diese Schwäche überschattete weitgehend positive Unternehmensnachrichten aus der Branche.

So legte Analog Devices (ADI) Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vor, die einen Rekordumsatz von 4,02 Milliarden US-Dollar ausweisen, was einem Anstieg von 40 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders die Segmente Communications, getrieben durch das Rechenzentrumsgeschäft, und Industrial zeigten zweistellige Wachstumsraten.

Auch Keysight Technologies übertraf mit einem Quartalsumsatz von 1,85 Milliarden US-Dollar die Erwartungen und meldete Rekordaufträge von über 2 Milliarden US-Dollar, was die anhaltend starke Nachfrage nach KI-Infrastruktur unterstreicht.

Geopolitische Spannungen treiben den Ölpreis

Zusätzliche Verunsicherung rührt von der Lage am Persischen Golf her. Spannungen rund um die Straße von Hormus und Drohgebärden der US-Regierung gegenüber dem Iran haben die Ölpreise der Sorten Brent und WTI steigen lassen.

Während der Energiesektor am gestrigen Handelstag von dieser Entwicklung profitieren konnte und auf ein Allzeithoch kletterte, werteten Anleger die steigenden Energiekosten als potenziellen Inflationstreiber, der den Spielraum der Notenbanken für Zinssenkungen weiter einschränkt.

Im Bereich der Telekommunikation steht Charter Communications im Fokus. Das Unternehmen hat die Übernahme von Cox nach der Genehmigung durch die kalifornische CPUC fast vollständig abgeschlossen und sicherte sich zudem über die Ausgabe von besicherten Anleihen frisches Kapital in Höhe von 4,75 Milliarden US-Dollar.

Trotz dieser operativen Fortschritte passten die Analysten von JPMorgan ihr Kursziel für die Aktie Ende Juli auf 150 US-Dollar an, was den allgemeinen Druck auf die Bewertungsmultiplikatoren im Sektor widerspiegelt.

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