Myriad, Genetics

Myriad Genetics Aktie: Verkauf pränataler Tests an Labcorp vereinbart

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Labcorp zahlt 210 Millionen Dollar plus Vorratswert; der Abschluss des Verkaufs hängt noch von der behördlichen Freigabe ab.
Modernes medizinisches Labor mit diagnostischer Ausrüstung zur Darstellung von Biotechnologie und Gesundheitswesen. Illustration mit AI erstellt.

Myriad Genetics hat den Verkauf seines Geschäfts mit pränatalen Tests an Labcorp vereinbart. Die Aktie legt heute daraufhin um 38% zu. Der vereinbarte Kaufpreis beträgt 210 Millionen $ in bar zuzüglich des Werts der Vorräte beim Abschluss. Damit steht hinter dem Kurssprung eine konkrete Transaktion, deren Vollzug allerdings noch aussteht.

Verkauf mit regulatorischem Vorbehalt

Zum vereinbarten Verkauf gehören die Produkte Prequel, Foresight, SneakPeek und FirstGene. Laut Labcorp unterliegt die Transaktion der regulatorischen Freigabe. Die Unternehmen erwarten den Abschluss bis Anfang 2027. Für Anleger ist damit die Unterscheidung zwischen der heutigen Vereinbarung und dem späteren Vollzug wesentlich.

Der genannte Barbetrag ist nicht mit der gesamten Gegenleistung gleichzusetzen: Hinzu kommt der Vorratswert zum Abschlusszeitpunkt. Dieser Bestandteil knüpft somit an den tatsächlichen Vollzug an. Die heutige Kursreaktion nimmt die vereinbarte Veräußerung bereits positiv auf, obwohl die regulatorische Voraussetzung noch erfüllt werden muss.

Labcorp erwartet durch die Übernahme einen zusätzlichen Umsatz von etwa 160 Millionen $. Außerdem soll die Transaktion im ersten Jahr das bereinigte Ergebnis leicht erhöhen. Beide Erwartungen beziehen sich auf die Käuferseite und sind keine Ergebnisprognose von Myriad Genetics.

Für die Einordnung des Verkaufs sind diese unterschiedlichen Perspektiven wichtig: Myriad gibt das Geschäft ab, während Labcorp dessen künftigen Beitrag zum eigenen Geschäft beschreibt. Der erwartete Ergebnisbeitrag beim Käufer sagt daher nichts über die künftige Ertragsentwicklung des Verkäufers aus.

Quartalszahlen als nächster Prüfpunkt

Den nächsten angekündigten Einblick in seine Geschäftsentwicklung gibt Myriad am 4. November nach Börsenschluss. Dann veröffentlicht das Unternehmen die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026. Am selben Tag ist auch eine Telefonkonferenz zu den Zahlen vorgesehen.

Neben dem Spartenverkauf steht eine weitere Unternehmensmeldung: Am 8. Oktober kündigten Myriad Genetics und SOPHiA GENETICS eine Zusammenarbeit zur Weiterentwicklung der prostataspezifischen Technologie PrGIS an. Dabei geht es um Präzisionsonkologie und therapiebegleitende Diagnostik mit AstraZeneca.

Der heutige Kurssprung knüpft jedoch an den vereinbarten Verkauf an. Für dessen Bewertung zählen zunächst die regulatorische Freigabe und der erwartete Abschluss. Die Quartalszahlen bieten daneben den nächsten fest angekündigten Termin, um die operative Entwicklung von Myriad einzuordnen.

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