Mutares Aktie: Adjusted EBITDA dreht auf 67 Millionen
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 05:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mutares hat am 4. August seine Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt und damit die zentrale Frage der vergangenen Wochen beantwortet: Der Turnaround im operativen Geschäft zeigt sich nun auch in den Kennzahlen. Der Konzernumsatz stieg auf 3,4 Milliarden Euro nach 3,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, ein Plus von 9 Prozent.
Entscheidender ist die Entwicklung beim Adjusted EBITDA: Dieses drehte von minus 89 Millionen Euro auf plus 67 Millionen Euro. Das reguläre EBITDA fiel dagegen von 598 Millionen auf 349 Millionen Euro, was vor allem auf Sondereffekte aus dem Vorjahr zurückzuführen sein dürfte.
Die Beteiligungsholding bestätigte zugleich ihre Jahresprognose für 2026: Der Konzernumsatz soll zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro liegen, der Holding-Jahresüberschuss zwischen 165 und 200 Millionen Euro.
Die Erlöse aus Beratung und Management Fees auf Holding-Ebene gingen im ersten Halbjahr leicht von 53 auf 49 Millionen Euro zurück. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen zudem sämtliche Anleihe-Covenants im ersten Halbjahr eingehalten.
Größte Übernahme der Firmengeschichte abgeschlossen
Parallel zu den Zahlen vermeldete Mutares den Abschluss zweier Übernahmen binnen weniger Tage. Am 5. August wurde die Übernahme des Car-Top-Systems-Geschäfts von Magna vollzogen, das rund 75 Millionen Euro Umsatz einbringt.
Bereits einen Tag zuvor hatte Mutares die Übernahme des Engineering-Thermoplastics-Geschäfts von SABIC in Amerika und Europa zu einem Unternehmenswert von 450 Millionen US-Dollar abgeschlossen – die größte Transaktion in der Firmengeschichte.
Das übernommene Geschäft firmiert künftig unter dem Namen NexPoint Materials und bildet die Basis für ein neues strategisches Segment namens „Chemicals & Materials“.
Nach Unternehmensangaben erwirtschaftet NexPoint Materials einen Jahresumsatz von rund 2,0 Milliarden Euro, beschäftigt etwa 2.800 Mitarbeitende und betreibt acht Produktionsstandorte in Amerika und Europa. Damit erweitert Mutares sein Portfolio erheblich und setzt einen sichtbaren Akzent in Richtung US-Expansion, die bereits im April durch eine Kapitalerhöhung über 105 Millionen Euro mit einer Akquisitionspipeline von rund 4,8 Milliarden Euro Umsatzvolumen vorbereitet worden war.
Exit-Pipeline bleibt aktiv
Neben dem Zukauf treibt Mutares auch die Verkaufsseite seines Portfolios voran. Im ersten Halbjahr wurden die Beteiligungen Kalzip, inTime Group und Peugeot Motocycles veräußert, zudem wurde der Ausstieg aus der Terranor Group nach deren Börsengang vollständig abgeschlossen.
Der Verkauf der NEM Energy Group an Hyundai Heavy Industries Power Systems wurde im Juni unterzeichnet, der Vollzug wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Für die zweite Jahreshälfte kündigte das Unternehmen weitere Verkäufe an, insbesondere aus den Bereichen Verteidigung, Energie und Energieinfrastruktur.
Das Analysehaus Sphene Capital senkte am 5. August sein Kursziel marginal von 49,40 auf 49,30 Euro, bestätigte aber die Kaufempfehlung. Die Anpassung resultierte aus höheren Diskontierungssätzen und war damit eher technischer Natur.
An der Börse zeigt sich die Aktie trotz der operativen Fortschritte verhalten. Der Kurs schloss am Freitag bei 27,05 Euro, ein Plus von 0,6 Prozent auf Tagessicht, liegt aber seit Jahresbeginn um 9,8 Prozent im Minus. Zum 52-Wochen-Hoch von 35,15 Euro aus dem Januar fehlen der Aktie derzeit 23 Prozent.
Die Diskrepanz zwischen operativer Ergebniswende und Kursentwicklung dürfte Anleger in den kommenden Wochen weiter beschäftigen, zumal die Mittelfristziele bis 2030 – jährliches Wachstum von mindestens 25 Prozent bei Umsatz und Jahresüberschuss – deutlich ambitionierter ausfallen als die bisherige Kursreaktion vermuten lässt.
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