MP Materials Aktie: 48.000 Tonnen Nachfrage, 300 Tonnen Angebot
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 20:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Seltenerd-Spezialist MP Materials blickt auf eine turbulente Handelswoche zurück. Während das Unternehmen Vorbereitungen für die Veröffentlichung seiner Finanzergebnisse zum zweiten Quartal am kommenden Donnerstag trifft, haben die Analysten von JPMorgan ihre Erwartungen angepasst. Das Bankhaus senkte das Kursziel für die Aktie von zuvor 75 US-Dollar auf nun 60 US-Dollar. Analyst Bill Peterson bestätigte jedoch die Einstufung „Overweight“ für den Titel.
Dieser Schritt folgt auf eine anhaltende Schwächephase an der Börse. Erst am Mittwoch erreichte das Papier mit 33,10 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Zwar konnte sich der Kurs seither leicht stabilisieren, doch die Skepsis am Markt bleibt spürbar. Mit dem aktuellen Schlusskurs von 35,90 Euro notiert der Wert signifikant unter den Höchstständen des vergangenen Jahres.
Geopolitische Spannungen belasten Lieferketten
Zusätzlicher Druck entsteht durch das angespannte Verhältnis zwischen den USA und China im Bereich kritischer Mineralien. Eine Executive Order der US-Regierung vom 20. Juli verpflichtet Rüstungsunternehmen dazu, chinesische Seltene Erden schrittweise aus ihren Lieferketten zu verbannen. MP Materials gilt zwar als zentraler Akteur, um die strategische Abhängigkeit der USA von Importen zu verringern, sieht sich jedoch selbst mit chinesischen Exportkontrollen konfrontiert.
Medienberichten zufolge steht die US-Industrie vor einer gewaltigen Herausforderung: Während die Nachfrage nach Seltenerd-Magneten im vergangenen Jahr bei rund 48.000 Tonnen lag, betrug das inländische Angebot lediglich 300 Tonnen. Bis Ende dieses Jahres sollen zwar neue Kapazitäten von 5.000 Tonnen geschaffen werden, doch die vollständige Entkopplung bis zum Jahr 2027 gilt unter Experten als technisch und zeitlich äußerst ambitioniert.
Fokus auf den Quartalsbericht am Donnerstag
Am kommenden Donnerstag, dem 6. August, wird MP Materials Einblick in die Bücher des zweiten Quartals geben. Die Messlatte liegt hoch, da das Unternehmen im ersten Quartal die Erwartungen deutlich übertreffen konnte. Damals meldete der Konzern einen Gewinn je Aktie von 0,03 US-Dollar, während der Markt im Konsens mit einem Verlust von 0,04 US-Dollar gerechnet hatte. Für das nun anstehende Ergebnis prognostizieren Analysten einen Gewinn je Aktie von 0,02 US-Dollar.
Trotz der aktuellen Kursflaute – das Papier notiert derzeit 30,45 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt – signalisieren Insider weiterhin Vertrauen in die langfristige Entwicklung. So kaufte der operative Vorstand (COO) bereits im Juni eine fünfstellige Aktienanzahl zum Preis von 54,30 US-Dollar. Zudem bauten institutionelle Investoren wie die Norges Bank ihre Beteiligungen zuletzt massiv aus. Neben dem angepassten, aber weiterhin positiven Ausblick von JPMorgan halten auch die Analysten von Wedbush an ihrer Einschätzung fest und rufen ein Kursziel von 100 US-Dollar auf.
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