Morgan Stanley Aktie: Neue Goldmarke im Visier
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 15:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fünftausend Dollar je Feinunze — diese Marke rückt bei Morgan Stanley jetzt offiziell in den Blick. Die Bank hat ihre Goldprognose für 2027 kräftig angehoben, nachdem das bisherige Kursziel für das vierte Quartal 2026 bereits vorzeitig erreicht wurde.
Gold übertrifft die eigene Prognose
Analystin Amy Gower hatte für das laufende Jahr ein Kursziel von 4.450 US-Dollar je Feinunze ausgegeben. Der Goldpreis erreichte diese Marke schneller als erwartet. Morgan Stanley sieht nun einen Weg über 5.000 US-Dollar im Jahr 2027, wobei der Anstieg nach Einschätzung der Bank volatil verlaufen dürfte.
Als Treiber nennt Gower eine geringere Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen der US-Notenbank, die die ETF-Nachfrage wiederbelebt hat. Im Juli und August flossen 70 Tonnen in entsprechende Fonds, nachdem im Mai und Juni noch 93 Tonnen abgezogen worden waren. Die Volkswirte des Hauses gehen davon aus, dass die Fed ihr Zinsniveau bis Ende 2026 unverändert lässt.
Notenbanken nutzen die zwischenzeitlich schwächeren Preise ebenfalls zum Reserveaufbau. China hat 2026 bislang 60 Tonnen hinzugefügt — so viel wie seit 2023 nicht mehr. Polen stockte seine Bestände um 82 Tonnen auf 632 Tonnen auf und peilt 700 Tonnen als Ziel an.
Fiskalische Sorgen statt Realrenditen
Bemerkenswert ist laut Morgan Stanley eine zunehmende Entkopplung des Goldpreises von den langfristigen Realrenditen. Anfang August stieg der Preis, obwohl die langlaufenden Renditen stabil blieben. Der Goldpreis scheint eher fiskalische Sorgen einzupreisen als das Zinsniveau selbst — zusätzlich befeuert durch Berichte über ein ausgeweitetes Rückkaufprogramm des US-Finanzministeriums für Staatsanleihen.
Als Risiko für die eigene Prognose nennt die Bank anstehende US-Inflationsdaten. Ergänzend verweist sie auf die Quote der Leerverkäufe am Terminmarkt COMEX, die nahe ihrem niedrigsten Stand seit April 2020 liegt und damit wenig Spielraum für Eindeckungen lässt.
Parallel zur Goldprognose bleibt Morgan Stanley auch bei indischen Stahlwerten konstruktiv. Die Bank sieht dort mittelfristig weiter Rückenwind durch staatliche Unterstützung und Chinas Maßnahmen gegen Überkapazitäten, rechnet kurzfristig während der Monsunsaison aber mit schwächeren Preisen.
Die kommenden US-Inflationsdaten dürften zeigen, wie belastbar die fiskalische Erzählung hinter der neuen Goldprognose tatsächlich ist.
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