MondayCom, Aktie

Monday.Com Aktie: Umsatzplus, Kursverlust

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 16:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Monday.Com überzeugt mit Rekordmarge, doch der gedämpfte Ausblick und ein Personalabbau lassen die Aktie vorbörslich um 8,3 Prozent fallen.

Monday.Com: Starke Q2-Zahlen, aber Wachstumsausblick enttäuscht Anleger
Abstraktes, modernes Bürogebäude in der Morgendämmerung als Symbol für Marktdynamik und Unternehmensentwicklung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Umsatzplus von 22 Prozent, ein Rekordwert bei der operativen Marge — und trotzdem ein Kurseinbruch von 8,3 Prozent im vorbörslichen Handel. Bei Monday.Com klaffen Quartalszahlen und Marktreaktion an diesem Montag deutlich auseinander. Der Grund liegt weniger in der Vergangenheit als in dem, was das Management für die kommenden Monate ankündigt.

Die Zahlen selbst überzeugen

Im zweiten Quartal 2026 setzte das israelische Softwareunternehmen 364,6 Millionen Dollar um, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der GAAP-Betriebsverlust schrumpfte auf 1,5 Millionen Dollar, während das bereinigte operative Ergebnis mit 61,1 Millionen Dollar einen Rekordwert erreichte. Die Nettodollar-Bindungsrate lag bei 109 Prozent, bei Großkunden mit mehr als 100.000 Dollar Jahresumsatz sogar bei 115 Prozent.

Besonders auffällig: Die Zahl der Kunden mit mehr als 500.000 Dollar Jahresumsatz stieg um 68 Prozent auf 114. Die KI-Produkte des Unternehmens entwickeln sich rasant — ihr Anteil an neu generiertem Jahresumsatz verdoppelte sich gegenüber dem Vorquartal auf 17 Prozent.

Warum der Markt trotzdem verkauft

Der Haken liegt im Ausblick. Für die kommenden Quartale rechnet das Management mit einem Wachstum von 18 bis 19 Prozent — ein deutlicher Rückgang gegenüber den 24 Prozent, die im ersten Quartal 2026 noch erreicht wurden. Genau diese Wachstumsverlangsamung hatten Optionsmärkte im Vorfeld bereits eingepreist: Sie kalkulierten mit einer Kursbewegung von 23,4 Prozent rund um die Zahlenvorlage, dem größten erwarteten Ausschlag unter allen Einzelwerten dieser Handelswoche.

Hinzu kommt ein Personalabbau von rund 20 Prozent der Belegschaft, den die Co-Vorstandschefs Roy Mann und Eran Zinman mit einer vollständigen Neuausrichtung auf die KI-Arbeitsplattform begründen. Die beiden sprechen von einer "schwierigen Entscheidung", das Unternehmen umzustrukturieren und das Produktportfolio zu schärfen. Bank of America hatte vor der Vorlage an ihrer neutralen Einschätzung mit einem Kursziel von 95 Dollar festgehalten und darauf verwiesen, dass ein Umsatzplus von mehr als drei Prozent über der eigenen Prognose nötig gewesen wäre, um die Visibilität für die Jahresziele deutlich zu verbessern. Insider hatten in den vergangenen sechs Monaten ausschließlich Aktien verkauft, keine Käufe wurden verzeichnet.

Die Kombination aus schwächerem Ausblick, umfassendem Stellenabbau und einer riskanten strategischen Neuausrichtung war dem Markt an diesem Montag offensichtlich zu viel — trotz der auf den ersten Blick starken Quartalsbilanz. Ob sich die Wette auf die KI-Plattform langfristig auszahlt, entscheidet sich an der Frage, wie schnell sich das verdoppelte KI-Umsatzwachstum in eine Stabilisierung der Gesamtwachstumsrate übersetzen lässt.

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