Moderna, Aktie

Moderna Aktie: Redburn stuft auf Sell herab

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 05:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Moderna meldet positive Phase-3-Daten zur Melanomtherapie, während Rothschild & Co trotz höherem Kursziel zur Vorsicht bei der Aktie rät.

Moderna: Krebsdaten überzeugen, Analysten warnen vor hoher Bewertung
Abstraktes, professionelles Laborumfeld zur Darstellung einer vorsichtigen Marktstimmung im Biotech-Sektor. Illustration mit AI erstellt.

Der US-Biotech-Konzern Moderna steht derzeit im Spannungsfeld zwischen beeindruckenden klinischen Daten und einer kritischen Neubewertung am Kapitalmarkt.

Während die Entwicklung neuer Krebstherapien voranschreitet, mehren sich unter Analysten die Stimmen, die nach der massiven Kursrally der vergangenen Monate zur Vorsicht mahnen. Besonders die Diskrepanz zwischen den medizinischen Fortschritten und der aktuellen Bewertung sorgt für Diskussionsstoff unter Anlegern.

Fortschritte in der Krebsforschung bestätigt

Am heutigen Mittwoch veröffentlichten Merck und Moderna neue Daten aus der gemeinsamen Forschung. Das Unternehmen gab die positiven Topline-Ergebnisse der Phase-3-Studie INTerpath-001 bekannt. Dabei wurde die adjuvante Behandlung mit Intismeran (V940 oder mRNA-4157), einer neuartigen mRNA-basierten individualisierten Neoantigen-Therapie, in Kombination mit der Immuntherapie Keytruda untersucht.

Laut Unternehmensangaben handelt es sich um das erste Kombinationsregime, das statistisch signifikante Verbesserungen beim rezidivfreien Überleben (RFS) und beim fernmetastasierungsfreien Überleben (DMFS) im Vergleich zur alleinigen Anwendung von Keytruda bei Melanom-Patienten nach chirurgischen Eingriffen erzielt hat.

Bereits vor gut drei Wochen sorgte der Erfolg der Phase-3-Studie INTerpath-001 für erhebliches Aufsehen am Markt, seither konnte das Papier um 5,7 % zulegen.

Die Partner planen nun, die detaillierten Daten auf einem kommenden internationalen Fachkongress zu präsentieren und die Unterlagen für die Zulassung bei den entsprechenden Regulierungsbehörden einzureichen. Trotz dieser klinischen Meilensteine bleibt die Reaktion am Aktienmarkt jedoch gemischt.

Analysten sehen Korrekturbedarf bei der Bewertung

Ein wesentlicher Grund für die aktuelle Zurückhaltung ist die Einschätzung einiger Analystenhäuser. Am Donnerstag stufte Simon Baker von Rothschild & Co Redburn die Aktie von „Neutral“ auf „Sell“ herab.

Obwohl er die Daten zur Behandlung von Melanomen als zweifellos gut bezeichnete, argumentierte er, dass die Marktreaktion überzogen gewesen sei. Baker hob zwar das Kursziel von 40 auf 81 US-Dollar an, wies jedoch darauf hin, dass dies immer noch deutlich unter dem damaligen Kursniveau liege.

Diese Skepsis trifft auf eine Aktie, die seit Jahresanfang bereits um 354 % gestiegen ist. Im August hatte ein Zwischenergebnis der Melanom-Studie laut Medienberichten kurzzeitig einen Kurssprung von rund 177 % ausgelöst.

Das Papier notierte gestern zum Handelsschluss bei 120,58 € und hat damit einen Abstand von etwa 19 % zum 52-Wochen-Hoch bei 149,62 € aufgebaut. Während Baker zur Vorsicht rät, gibt es auch optimistischere Stimmen: Das Analysehaus Argus stufte den Wert Ende August auf „Buy“ hoch und setzte ein Kursziel von 180 US-Dollar.

COVID-Impfstoffe und finanzielle Basis

Neben der Onkologie-Sparte bleibt das Geschäft mit Infektionskrankheiten eine wichtige Säule. Ende August erhielt Moderna die FDA-Zulassung für seine aktualisierten COVID-19-Impfstoffe für die Saison 2026-2027. Parallel dazu sicherte sich das Unternehmen frisches Kapital.

Vor gut einer Woche wurde die Platzierung einer Wandelanleihe über 2,6 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, seither verzeichnete der Kurs einen Rückgang von 7,4 %. Die Nettoerlöse aus dieser Privatplatzierung sollen unter anderem für das Wachstum des Onkologie-Geschäfts und die Rückzahlung von Schulden verwendet werden.

Im zweiten Quartal meldete das Unternehmen einen Umsatz von 0,1 Milliarden US-Dollar und einen Nettoverlust nach GAAP von 0,8 Milliarden US-Dollar. Dennoch bekräftigte das Management das Ziel, im Gesamtjahr 2026 ein Umsatzwachstum von bis zu 10 % zu erzielen. Anleger beobachten nun genau, ob die fundamentalen Fortschritte in der Pipeline ausreichen, um das hohe Bewertungsniveau nachhaltig zu rechtfertigen.

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