Moderna, Aktie

Moderna Aktie: Neuer COO, alte Sorgen

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 19:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Juan Andres übernimmt am 5. Oktober die neue COO-Rolle; Citi stuft Moderna herab, während der Patentprozess weitergeht.

Moderna Aktie unter Druck: Neuer COO, Citi-Abstufung und Patentstreit
Abstrakte Darstellung eines modernen Biotechnologie-Labors mit klinischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Moderna baut seine Führungsspitze um, während die Aktie unter Druck steht. Das Unternehmen schafft eine Chief-Operating-Officer-Position und holt einen alten Bekannten zurück. Der Zeitpunkt fällt mit einer Herabstufung durch Citi und einem Rückschlag im Patentstreit zusammen.

Andres kehrt zurück

Juan Andres übernimmt die neue Rolle zum 5. Oktober. Er berichtet direkt an CEO Stéphane Bancel, sitzt im Executive Committee und leitet die Fertigungsorganisation. Andres war bereits von 2017 bis 2023 bei Moderna und verantwortete den massiven Ausbau der Produktion während der Corona-Pandemie.

Der Schritt hat einen klaren Hintergrund. Moderna bereitet den möglichen Launch und das Scale-up des Krebsimpfstoffs Intismeran Autogene vor, den das Unternehmen gemeinsam mit Merck entwickelt. Die Phase-3-Daten waren positiv. Parallel wächst das Infektionsgeschäft: Fünf zugelassene Impfstoffe zählt Moderna inzwischen, darunter die saisonale Grippeimpfung mit US-Zulassung und der Kombi-Impfstoff gegen Grippe und Covid mit EU-Zulassung.

Jerh Collins, bisheriger Chief Technical Operations and Quality Officer, geht in den Ruhestand.

Citi sieht Abwärtspotenzial

Die Bewertung bleibt das Streitthema. Citi-Analyst Geoff Meacham stufte die Aktie auf "Verkaufen" ab und verwies auf Bewertungsprobleme. Das Kursziel hob er zwar von 60 auf 80 US-Dollar an. Gemessen am letzten Schlusskurs bleibt dennoch ein Abwärtspotenzial von rund 60 Prozent.

Damit steht Citi ziemlich allein da. Unter den 20 erfassten Analysten hatten bislang nur zwei zum Verkauf geraten. Die Kursziele reichen von 40 bis 180 US-Dollar, der Mittelwert liegt bei 110,44 US-Dollar. Vorbörslich gab die Aktie zeitweise um gut 7 Prozent auf rund 188 US-Dollar nach.

Patentstreit geht weiter

Hinzu kommt ein juristischer Dämpfer. Ein Bundesgericht in Delaware wies am Montag Modernas Antrag zurück, die Patentklage von Monsanto abzuweisen. Der Vorwurf: unbefugte Nutzung von geistigem Eigentum rund um die mRNA-Technologie. Moderna hatte argumentiert, das Patent betreffe ein nicht patentierbares Naturgesetz. Dem folgte das Gericht in dieser Phase nicht.

Eine Patentverletzung ist damit nicht festgestellt. Der Richter urteilte lediglich, dass die Beklagten im frühen Verfahrensstadium keinen ausreichenden Abweisungsgrund vorgebracht hätten. Dieselbe Entscheidung traf er im inhaltsgleichen Verfahren gegen Pfizer und BioNTech.

Den nächsten Belastungstest liefert der Quartalsbericht, der nach vorläufigem Kalender am 29. Oktober ansteht. Dann zeigt sich, wie stark Bewertungsskepsis und Rechtsstreit das operative Geschäft tatsächlich berühren.

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