Moderna, Aktie

Moderna Aktie: Merck-Krebsimpfstoff in neun Studien

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 03:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fünf Impfstoffe sind zugelassen, weitere Starts geplant: Moderna baut seine Pipeline in Krebsmedizin und seltenen Erkrankungen aus und sicherte sich 2,6 Milliarden US-Dollar.

Moderna setzt auf Onkologie und neue Impfstoffe für weiteres Wachstum
Moderne Labortechnologie und pharmazeutische Forschung als Symbol für biotechnologische Innovation. Illustration mit AI erstellt.

Moderna forciert den strategischen Wandel vom reinen Pandemie-Gewinner zum breit aufgestellten Technologiekonzern. Auf dem Bernstein Healthcare Forum am gestrigen Mittwoch stellte die Unternehmensführung um Vorstandschef Stéphane Bancel und Entwicklungschef David Berman die langfristigen Wachstumsfelder vor.

Das Management betonte dabei, dass Moderna von Beginn an als mRNA-Plattform konzipiert worden sei. Künftig sollen vor allem Onkologie, seltene Erkrankungen und neue Impfstoffgenerationen das Geschäft tragen.

Ausbau der klinischen Pipeline

Neben den bereits etablierten Programmen treibt das Unternehmen eine breite Palette an Entwicklungsprojekten voran. Das Biotech-Unternehmen verfügt inzwischen über fünf zugelassene Impfstoffe und plant zwei weitere Marktstarts. Für das führende Programm im Bereich seltener Krankheiten, die Behandlung von Propionazidämie, stellt das Management richtungsweisende Daten bis zum Jahresende in Aussicht.

Parallel dazu rückt die Krebsforschung in den Mittelpunkt der Aktivitäten. Die Zusammenarbeit mit Merck beim personalisierten Krebsimpfstoff Intismeran ist operativ als partnerschaftliche Kooperation angelegt, bei der Kosten und künftige Gewinne im Verhältnis von 50 zu 50 aufgeteilt werden. Der Wirkstoffkandidat wird bereits in neun Studien geprüft, unter anderem bei Lungen-, Blasen- und Nierenzellkrebs.

Nach Einschätzung des Managements stellen vor allem logistische Klinikabläufe den primären Engpass bei einer künftigen Markteinführung dar, nicht die pharmazeutische Herstellung. Detaillierte Studienergebnisse zur adjuvanten Melanombehandlung sollen am 24. Oktober auf dem Fachkongress der European Society for Medical Oncology in Madrid vorgestellt werden.

Finanzierung und Marktbewertung

Um die kostenintensive klinische Entwicklung abzusichern, hat sich Moderna über Wandelanleihen frisches Kapital in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar gesichert. Analysten blicken derweil mit unterschiedlichen Perspektiven auf die Bewertung des Biotech-Pioniers.

Wolfe Research beziffert das Spitzenumsatzpotenzial für die Intismeran-Plattform über verschiedene Krebsindikationen hinweg auf rund 9,2 Milliarden US-Dollar. Das Analysehaus UBS votiert dagegen mit „Neutral“ und einem Kursziel von 150 US-Dollar, da die jüngste Erholung bereits erhebliche Erwartungen vorweggenommen habe.

Am Aktienmarkt spiegeln sich die Hoffnungen auf den Pipeline-Erfolg deutlich wider. Der Schlusskurs lag gestern bei 159,42 Euro, womit das Papier seit Jahresanfang ein Kursplus von 500 Prozent verzeichnet. Mit diesem Niveau notiert der Wert nur 5,3 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 168,26 Euro.

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