Moderna Aktie: Krebsdaten am 24. Oktober
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 06:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während die Aktie von Moderna eine beispiellose Erholungsbewegung verzeichnet, formiert sich an der Wall Street deutlicher Widerstand. Mehrere renommierte Analysehäuser warnen vor überzogenen Erwartungen an die Pipeline des US-Biotechkonzerns. Gestern legte der Titel um 5,6 Prozent auf 159,20 Euro zu und schloss damit 2,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Der Grund für das Misstrauen vieler Experten liegt in der zunehmenden Diskrepanz zwischen Börsenbewertung und operativer Realität. Trotz des jüngsten Kurssprungs ist der kommerzielle Durchbruch neuer Therapieansätze keineswegs gesichert. Analysten verweisen darauf, dass die Erwartungen anstehenden Studiendaten weit vorausgeeilt sind.
Klaffende Schere bei den Kurszielen
Besonders skeptisch äußert sich Simon Baker vom Analysehaus Rothschild & Co. Redburn. Auch Jessica Fye von JPMorgan bekräftigte ihre Verkaufsempfehlung für die Aktie.
Ein zentraler Treiber der vorangegangenen Kursgewinne war die Kooperation mit Merck. Im August hatten die Partner gemeldet, dass die Phase-3-Studie INTerpath-001 zum experimentellen mRNA-Krebsimpfstoff intismeran autogene in Kombination mit Keytruda bei Melanom-Patienten beide Endpunkte erreicht hat. Detaillierte Wirksamkeitsdaten blieben die Konzerne damals jedoch noch schuldig.
Entscheidungstag auf dem Onkologie-Kongress
Genau diese Daten müssen nun am 24. Oktober überzeugen. Moderna präsentiert die Ergebnisse der Phase-3-Studie mit 1.137 Melanom-Patienten im Presidential Symposium des ESMO-Kongresses in Madrid. Für den Markt zählen dann vor allem statistische Kennzahlen wie die Hazard Ratio und der Verlauf der Langzeit-Überlebenskurven.
Zwar wird der Wirkstoffkandidat in neun weiteren Tumorindikationen geprüft, doch die praktische Umsetzung birgt Risiken. Die patientenspezifische Fertigung erfordert eine aufwendige Sequenzierung individueller Tumormutationen. In der Produktionsstätte in Marlborough dauert dieser Prozess derzeit noch Wochen bis Monate, was eine rasche weltweite Skalierung erschwert.
Operative Verluste und Verwässerungsrisiken
Fortschritte meldete Moderna unterdessen bei Atemwegsvakzinen, etwa durch die US-Zulassung des mRNA-Grippeimpfstoffs Mfluziva für Personen ab 50 Jahren. Dennoch bleibt die finanzielle Lage angespannt.
Um die hohen Aufwendungen für Forschung und klinische Studien zu finanzieren, ergriff das Management einen Schritt, der für Aktionäre das Risiko künftiger Verwässerungen birgt. Zusätzliche Vorsicht signalisierte Finanzchef James M. Mock, der am 10. September eigene Anteilsscheine veräußerte.
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