Moderna Aktie: 9,2 Milliarden Dollar Umsatzpotenzial
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 08:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Moderna bleibt auch Tage nach dem Studienerfolg bei seinem Krebsimpfstoff im Fokus der Wall Street. Am Dienstag legte die Aktie um 14 Prozent zu und schloss bei 135,86 Euro – Auslöser waren neue Analystenkommentare zur Phase-3-Studie INTerpath-001, die vergangene Woche bekannt wurde.
Phase-3-Studie erreicht ihre Endpunkte
Merck und Moderna hatten mitgeteilt, dass die Phase-3-Studie INTerpath-001 mit 1.137 Patienten ihre Ziele erreicht hat. Getestet wurde die Kombination aus dem personalisierten mRNA-Präparat Intismeran Autogene und Merck-Präparat Keytruda bei Patienten mit vollständig reseziertem Melanom im Stadium IIB bis IV.
Sowohl der primäre Endpunkt – rezidivfreies Überleben – als auch der sekundäre Endpunkt, fernmetastasenfreies Überleben, wurden statistisch signifikant und klinisch bedeutsam erreicht. Es ist der erste positive Phase-3-Erfolg für eine individualisierte mRNA-Krebstherapie überhaupt.
Die Ergebnisse sollen auf einem internationalen medizinischen Kongress vorgestellt und anschließend den Zulassungsbehörden präsentiert werden. Nach Angaben des Unternehmens rechnet Moderna mit einer Zulassung ab 2027.
Grundlage für die Erwartungen liefert bereits die vorangegangene Phase-2b-Studie KEYNOTE-942: Dort reduzierte die Kombination das Risiko für Rückfall oder Tod nach fünf Jahren um 49 Prozent, das Risiko für Fernmetastasen oder Tod um 59 Prozent gegenüber Keytruda allein.
Analysten überbieten sich mit Kurszielanhebungen
Die Reaktion der Analysten fiel deutlich aus. Bank of America hob ihr Kursziel von 40 auf 170 Dollar an und stufte die Aktie auf Neutral hoch. William Blair erhöhte seine Einschätzung auf Outperform. Barclays zog nach und hob sein Kursziel von 48 auf 125 Dollar an, wenn auch mit einer vorsichtigeren Equal-Weight-Einstufung.
Wolfe Research nahm ein Upgrade auf Peer Perform vor und bezifferte das Spitzenumsatzpotenzial von Intismeran über vier Indikationen hinweg auf 9,2 Milliarden Dollar – Zahlen, die noch vor einer möglichen Gewinnbeteiligung von Merck stehen.
Die Kursbewegung der vergangenen Tage war entsprechend heftig: Am 19. August war die Aktie an einem einzigen Tag um rund 177 Prozent gestiegen, ehe sie am Folgetag um mehr als ein Viertel wieder nachgab. Die Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt annualisiert bei 517 Prozent, der RSI von 72,3 signalisiert eine überkaufte Marktlage.
Der Kurs notiert damit rund 9 Prozent unter dem erst am 19. August erreichten 52-Wochen-Hoch von 149,62 Euro, aber weit über dem 50-Tage-Durchschnitt von 62,88 Euro.
Fundamentaldaten bleiben angespannt
Operativ steht Moderna weiterhin vor Herausforderungen: Im zweiten Quartal 2026 verbuchte das Unternehmen lediglich 145 Millionen Dollar Umsatz bei einem Nettoverlust von 782 Millionen Dollar. Die Barreserven von rund 5,1 Milliarden Dollar bei vergleichsweise niedriger Verschuldung geben dem Unternehmen jedoch Spielraum, die Zulassungsphase zu finanzieren.
Parallel zur klinischen Entwicklung positioniert sich Moderna geopolitisch. Firmenchef Stéphane Bancel warnte vor massiven staatlichen Investitionen Chinas in die mRNA-Technologie und forderte von der US-Regierung mehr Risikobereitschaft bei innovativer Medizin.
Das Unternehmen erweitert zudem seine Fertigungskapazitäten in Massachusetts. Bancel kündigte an, dass Moderna bis Jahresende auch als Rare-Disease-Unternehmen auftreten werde – ein Signal für eine breitere Diversifizierung über die Onkologie hinaus.
Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Wette auf den Weg zur Zulassung: Die klinischen Daten überzeugen, doch die extreme Kursvolatilität der vergangenen Woche zeigt, wie stark der Markt bereits künftige Umsätze vorwegnimmt.
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