Moderna Aktie: 3 Milliarden Dollar Rückkauf
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 02:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Biotechnologiekonzern Moderna hat in der vergangenen Woche einen strategischen Durchbruch erzielt. Mit der Entscheidung der US-Gesundheitsbehörde FDA am Mittwoch, den ersten mRNA-basierten Grippeimpfstoff zuzulassen, konnte das Unternehmen ein wichtiges neues Marktsegment erschließen. Die Anleger reagierten am Freitag mit deutlichem Optimismus auf die Nachrichtenlage und die zeitgleich veröffentlichten Quartalsergebnisse: Das Papier verteuerte sich am Freitag um 9,57 Prozent und schloss bei 51,17 Euro.
Erster mRNA-Grippeimpfstoff erhält FDA-Zulassung
Die Zulassung für den Impfstoff mFLUSIVA (mRNA-1010) gilt für Erwachsene ab 50 Jahren. Dabei erhielt das Präparat für die Altersgruppe zwischen 50 und 64 Jahren eine reguläre Zulassung, während für Personen ab 65 Jahren eine beschleunigte Zulassung erteilt wurde. Laut Bloomberg und NBC News basiert die Entscheidung auf Daten einer Phase-3-Studie, die eine relative Wirksamkeit von 26,6 Prozent gegenüber herkömmlichen Standardimpfstoffen nachwies. In der untersuchten Kohorte traten Erkrankungsfälle bei 2 Prozent der mit mFLUSIVA geimpften Personen auf, während die Vergleichsgruppe eine Rate von 2,8 Prozent verzeichnete.
Für die älteste Patientengruppe ist im Rahmen der beschleunigten Zulassung eine ergänzende Phase-4-Studie nach der Markteinführung erforderlich. Moderna plant, den Impfstoff bereits für die anstehende Grippesaison 2026 bereitzustellen. Die Zulassung markiert eine Kehrtwende der Behörde, nachdem die FDA noch im Februar eine Einreichung zunächst abgelehnt hatte. Nach weiteren Offenlegungen und einer einstimmigen Empfehlung eines Expertengremiums im Juni erfolgte nun die Freigabe. Die beobachteten Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen blieben laut Berichten von STAT News im Rahmen der für mRNA-Vakzine üblichen milden bis moderaten Ausprägungen.
Quartalszahlen und Belastung durch Rechtsstreitigkeiten
Am Freitag legte Moderna zudem den Finanzbericht für das zweite Quartal 2026 vor. Der Umsatz belief sich auf 145 Millionen US-Dollar, womit das Unternehmen die eigenen Erwartungen übertraf. Im ersten Halbjahr summierten sich die Erlöse auf 0,5 Milliarden US-Dollar, wobei der internationale Markt mit 69 Prozent den größten Anteil beisteuerte. Der Nettoverlust belief sich im zweiten Quartal auf 782 Millionen US-Dollar, was einer Verbesserung von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Das Finanzergebnis wurde durch eine einmalige Belastung im Juli geprägt. Medienberichten zufolge zahlte Moderna 950 Millionen US-Dollar zur Beilegung eines Rechtsstreits. Diese Summe wurde als Aufwand in Höhe von 0,9 Milliarden US-Dollar verbucht. Trotz dieser Belastung bestätigte das Management die Prognose für das Gesamtjahr 2026 und rechnet mit einem Umsatzwachstum von bis zu 10 Prozent. Die liquiden Mittel zum Jahresende werden nun in einer Spanne von 4,7 bis 5,2 Milliarden US-Dollar erwartet, was eine leichte Anhebung der bisherigen Schätzung bedeutet. Parallel dazu kündigte der Vorstand am Montag ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 3 Milliarden US-Dollar an.
Fortschritte in der Onkologie und Rückschlag bei Noroviren
Abseits der Grippeschutz-Sparte lieferte die Forschungspipeline gemischte Signale. In der Onkologie-Kooperation mit Merck zeigt der Wirkstoff Intismeran Autogene (mRNA-4157) weiterhin vielversprechende Langzeitdaten. Eine fünfjährige Nachbeobachtung ergab eine Reduktion des Risikos für Rückfälle oder Todesfälle bei Melanom-Patienten um 49 Prozent im Vergleich zu einer alleinigen Behandlung mit Keytruda. Derzeit laufen neun klinische Studien in den Phasen 2 und 3 für verschiedene Krebsarten, darunter Lungen- und Blasenkrebs.
Einen Dämpfer gab es hingegen bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Noroviren (mRNA-1403). Eine Zwischenanalyse der Phase-3-Studie erreichte nicht die statistischen Kriterien für einen vorzeitigen Erfolg, da Infektionsfälle langsamer auftraten als ursprünglich kalkuliert. Das Unternehmen muss nun eine zusätzliche Kohorte im kommenden Winter rekrutieren, wodurch sich die Datenauswertung verzögert. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie dennoch eine positive Dynamik beibehalten und legte um insgesamt 92,66 Prozent zu. Im Bereich seltener Erkrankungen erreichte das Programm mRNA-3927 zur Behandlung der Propionazidämie das Rekrutierungsziel für die Zulassungsstudie, deren Ergebnisse noch im laufenden Jahr erwartet werden.
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