Millicom, Niel

Millicom: Niel baut auf 46,7 Prozent aus

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 06:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Milliardär Niel baut seinen Einfluss bei Millicom aus, während Großinvestoren und Infrastruktur-Deals die Expansion in Lateinamerika vorantreiben.

Millicom-Aktie: Xavier Niel erhöht Anteil auf 46,7 Prozent
Abstrakte Darstellung moderner Telekommunikationsinfrastruktur mit Fokus auf globale Vernetzung und Technologie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Xavier Niel festigt seinen Griff auf den lateinamerikanischen Telekommunikationsmarkt. Während die Konkurrenz teils stagniert, sammelt der französische Milliardär über seine Holding Atlas Investissement massiv Anteile ein. Parallel dazu treibt der Konzern den Umbau seiner Infrastruktur voran.

Großinvestoren stocken massiv auf

Die Beteiligung von Atlas Investissement stieg zuletzt auf 46,7 Prozent. Damit kontrolliert Niel rund 78,32 Millionen Aktien. Das aggressive Vorgehen unterstreicht sein Vertrauen in die langfristige Neuausrichtung des Unternehmens.

Andere Schwergewichte folgen diesem Beispiel. Die Investmentgesellschaft Amundi hat ihre Position jüngst auf knapp 530.000 Anteile mehr als verdoppelt. Dieser Zukauf hat einen Marktwert von fast 40 Millionen Dollar. Die verstärkte Nachfrage stützt den Kurs nahe dem Jahreshoch von etwa 100 Dollar.

Expansion durch Infrastruktur-Pakt

Millicom setzt konsequent auf das Leasing von Sendemasten statt auf teuren Eigenbesitz. Der Partner SBA Communications baut dafür im laufenden Jahr rund 600 neue Standorte in Zentralamerika. Diese Strategie schont die Bilanz und stärkt die regionale Marktpräsenz.

Die geschäftliche Verflechtung beider Partner wächst deutlich. Millicoms Anteil am internationalen Leasingumsatz von SBA sprang binnen eines Jahres von 6,7 auf 19,6 Prozent. Das Unternehmen nutzt die frei werdenden Mittel für den Ausbau seiner digitalen Netze.

Fokus auf den Markt Kolumbien

Das Management vereinfacht die bisher komplexe Eigentümerstruktur. Für rund 571 Millionen Dollar übernahm Millicom die restlichen Anteile an Tigo UNE. Mit der zusätzlichen Übernahme von Coltel kontrolliert der Konzern nun wichtige Landesteile vollständig.

Die Zahlen bestätigen diesen Kurs. Im ersten Quartal stieg der Service-Umsatz organisch um 4,9 Prozent auf zwei Milliarden Dollar. Das bereinigte EBITDA erreichte derweil 857 Millionen Dollar.

Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand einen freien Cashflow von mindestens 900 Millionen Dollar an. Der Finanzbericht im August wird weitere Details liefern. Anleger achten dann besonders darauf, wie effizient die kolumbianischen Zukäufe bereits integriert sind.

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