Millicom, Aktie

Millicom Aktie: Stellt Movistar auf Tigo um

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 05:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bis 2028 soll Millicom mehr als 1.100 Mobilfunkstandorte errichten und die 5G-Abdeckung auf über 320 Gemeinden ausdehnen.
Millicom International Cellular SE0001174970 zeigt geometrisches Bauhaus-Poster mit Sendemast-Formen und dem Sektor-Schriftzug TELECOM Illustration mit AI erstellt.

Millicom treibt seine Expansion in Lateinamerika mit einem umfangreichen Investitionsprogramm voran. Der Telekommunikationskonzern plant in Kolumbien über die kommenden vier Jahre den Einsatz von 8,5 Billionen kolumbianischen Pesos, was umgerechnet rund 2,7 Milliarden US-Dollar entspricht. Die Mittel sollen vor allem in den Ausbau der Mobilfunk- und Glasfasernetze fließen sowie die Umstellung der Marke Movistar auf Tigo finanzieren.

Der Schritt markiert eine entscheidende Phase in der Konsolidierung des kolumbianischen Marktes. Durch die vollständige Übernahme der lokalen Movistar-Aktivitäten formiert Millicom einen direkten Verfolger des Marktführers Claro, um die eigene Wettbewerbsposition deutlich zu stärken.

Integration von Movistar schreitet voran

Zusammen mit den vorangegangenen Zukäufen summiert sich der Mitteleinsatz im Land auf 13 Billionen Pesos. Für die Übernahme der entsprechenden Unternehmensanteile hatte der Konzern zuvor bereits 4,5 Billionen Pesos aufgewendet.

Für die Kunden der bisherigen Telefónica-Tochter Movistar bringt der Zusammenschluss vorerst keine Tarifanpassungen mit sich. Verträge, Konditionen und Rufnummern bleiben unverändert gültig. Ab November soll auf den Endgeräten der Nutzer jedoch automatisch Tigo als Netzbetreiber erscheinen, während die Abrechnungs- und Vertriebskanäle schrittweise vereinheitlicht werden.

Ambitionierter Netzausbau bis 2028

Parallel zum Markenwechsel soll die Netzinfrastruktur modernisiert werden. Das Unternehmen sieht bis 2028 den Bau von mehr als 1.100 neuen Standorten vor, wodurch das Netz auf 11.500 Mobilfunkstationen anwachsen soll. Die Abdeckung mit der 5G-Technologie soll dabei von bisher 128 auf über 320 Gemeinden erweitert werden.

Mit dieser Ausweitung zielt das Management darauf ab, neben den Metropolen auch bislang unerschlossene ländliche Regionen an die Datennetze anzubinden. Die steigende Nachfrage nach mobilen Datendiensten erfordert erhebliche Kapazitäten, soll aber zugleich operative Skaleneffekte ermöglichen.

Hoher Kapitalbedarf dämpft Marktstimmung

Konzernchef Marcelo Benítez stellte im Zuge der Zusammenlegung Synergien in Aussicht. Allein im ersten Jahr nach der Integration erwartet das Unternehmen Einsparungen von über 100 Millionen US-Dollar.

An den Kapitalmärkten wurde die Ankündigung der hohen Investitionssummen jedoch mit einer gewissen Zurückhaltung aufgenommen. Marktteilnehmer verweisen auf die bestehende Verschuldung sowie die Belastungen durch die Finanzierungskosten, die das ???????ige Ausbauprogramm in einem fordernden makroökonomischen Umfeld mit sich bringt.

Am Freitag beendete das Papier den Handel an der Börse bei 82,86 US-Dollar. Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnet der Wert ein Minus von 13 Prozent, behauptet sich damit jedoch 6,0 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. In den kommenden Quartalen wird entscheidend sein, wie zügig die operative Eingliederung gelingt und ob die avisierte Kostenreduktion plangemäß realisiert werden kann.

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