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Military Metals Aktie: 60-Prozent-Einbruch nach Lizenzentzug

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 10:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Military Metals treibt Antimon-Exploration in Kanada voran, während der Rechtsstreit um die slowakische Lizenz weiterhin ungelöst bleibt.

Military Metals: Kanadas Antimon-Bohrungen laufen, Trojarova-Streit offen
Ein fallender Aktienkurs auf einem Finanzmonitor als Symbol für den Börseneinbruch von Military Metals. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Military Metals treibt sein kanadisches Antimon-Projekt voran, während der Rechtsstreit um die slowakische Lagerstätte Trojarova weiter ungelöst bleibt. Am Montag bestätigte das Unternehmen, dass die Diamantbohrungen auf dem zu 100 Prozent gehaltenen West-Gore-Projekt in Nova Scotia planmäßig laufen. Das Programm umfasst mindestens sieben Bohrlöcher mit einer Gesamtlänge von 1.750 Metern und soll die Ausläufer historischer Vererzung entlang der Tiefenerstreckung testen. Begonnen hatte die Kampagne bereits am 13. Juli, mit dem Ziel, die Brook Vein und alte Grubenbereiche neu zu untersuchen.

Antimon rückt strategisch in den Fokus

Einen Tag später, am Dienstag, griffen Medien die Positionierung von Military Metals als möglichen Antimon-Lieferanten für das US-Verteidigungsministerium auf. Hintergrund ist ein Kredit über 500 Millionen US-Dollar, den die USA an Phoenix Tailings für die heimische Mineralverarbeitung vergeben haben – Teil einer breiteren Strategie Washingtons, die Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen kritischer Rohstoffe zu verringern. Für ein Unternehmen mit einem Antimon-Projekt auf nordamerikanischem Boden ist eine solche geopolitische Verschiebung potenziell relevant, auch wenn eine konkrete Auftragsvergabe an Military Metals bislang nicht vorliegt.

Am 30. Juli reichte das Unternehmen seinen verkürzten konsolidierten Zwischenabschluss samt Management-Kommentar für die neun Monate zum 31. Mai 2026 ein. Zahlen aus diesem Bericht wurden bislang nicht öffentlich thematisiert, die Einreichung selbst dokumentiert aber, dass Military Metals seine regulatorischen Pflichten trotz der laufenden juristischen Auseinandersetzung in der Slowakei einhält.

Trojarova bleibt Belastungsfaktor

Der eigentliche Bruch in der jüngeren Unternehmensgeschichte liegt weiter zurück: Das slowakische Umweltministerium widerrief am 28. Mai die Explorationslizenz für das Trojarova-Antimon-Gold-Projekt. Die Aktie brach damals um rund 60 Prozent ein. Das Projekt enthält eine erstmalige geschätzte Ressource von 6,5 Millionen Tonnen mit Gehalten von 1,02 Prozent Antimon und 1,06 Gramm Gold pro Tonne, umgerechnet 67.000 Tonnen Antimon und 222.000 Unzen Gold – nach eigenen Angaben eine der größten Antimon-Ressourcen der Europäischen Union. Military Metals hält den Widerruf für unbegründet und legte am 12. Juni offiziell Widerspruch beim slowakischen Umweltministerium ein. Eine Entscheidung über diesen Einspruch steht weiterhin aus.

Bereits im Januar hatte das Unternehmen sein Rückkaufsrecht ausgeübt und die 1-Prozent-Netzschmelzerlös-Lizenz auf sein slowakisches Portfolio – Trojarova, Tiennesgrund und Medvedi Potok – getilgt. Die drei Projekte sind damit lizenzfrei, was den potenziellen Wert eines künftigen positiven Widerspruchsbescheids erhöhen würde.

Kursbild spiegelt die Zerrissenheit

An der Börse zeigt sich diese Gemengelage deutlich. Der Schlusskurs vom Mittwoch lag bei 0,1344 Euro, nachdem sich das Papier binnen 30 Tagen um 14,48 Prozent erholt hat. Zum 52-Wochen-Hoch vom 15. Oktober bei 0,3990 Euro fehlen der Aktie jedoch weiterhin 66,32 Prozent – ein Abstand, der die Spätfolgen des Lizenzentzugs im Mai unterstreicht. Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: operative Fortschritte in Kanada auf der einen, ein ungelöster Rechtsstreit in Europa auf der anderen Seite. Der Ausgang des slowakischen Widerspruchsverfahrens dürfte mittelfristig stärker über die Bewertung entscheiden als die laufende Bohrkampagne in Nova Scotia.

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