Microvision, Aktie

Microvision Aktie: Lidar-Technik erobert Rechenzentren

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 15:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Scantinel präsentiert ein photonisches Modul für KI-Rechenzentren. Gespräche über Lizenzen laufen, konkrete Vereinbarungen und Umsatzzahlen fehlen jedoch.

Microvision erschließt mit Scantinel neue Chancen in Rechenzentren
Abstrakte Darstellung von Hochleistungstechnologie und Lidar-Sensoren in einem modernen Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt.

Microvision denkt seine Lidar-Technologie neu – und landet damit ausgerechnet im Boommarkt der künstlichen Intelligenz. Die Tochtergesellschaft Scantinel hat auf der Fachkonferenz ECOC in Málaga ein photonisches Modul vorgestellt, das nicht für autonome Fahrzeuge, sondern für Rechenzentren gedacht ist. Der Clou: Die zugrunde liegende Technik stammt direkt aus der Lidar-Sparte des Unternehmens.

Gleiche Technik, neuer Markt

Das vorgestellte "External Laser Small Form-Factor Pluggable"-Modul (ELSFP) basiert auf dem photonisch integrierten Schaltkreis (PIC), den Scantinel auch für seine FMCW-Lidar-Architektur nutzt.

In Rechenzentren soll das Modul als zentrale Lichtquelle für sogenannte Co-Packaged-Optics-Systeme dienen – eine Technik, die Daten zwischen Prozessoren, Servern und Racks schneller und energieeffizienter bewegen soll. Genau das wird angesichts wachsender Rechenlast in KI-Infrastrukturen zum Flaschenhals.

Microvision-Chef Glen DeVos betont, dass die Anwendung außerhalb der klassischen Lidar-Sparte den Wert der Scantinel-Übernahme unterstreiche. Die Erschließung des Rechenzentrumsmarkts erfordere laut Unternehmensangaben keine nennenswerten Zusatzinvestitionen und verwässere den strategischen Fokus auf die Kernmärkte Industrie, Sicherheit und Automobil nicht.

Kommerzialisierung noch offen

Konkret wird es an dieser Stelle vage: Microvision befindet sich nach eigenen Angaben in Gesprächen mit mehreren potenziellen Lizenznehmern und Entwicklungspartnern. Zeitpläne oder Details zu möglichen Vereinbarungen nannte das Unternehmen nicht. Auch der genaue Zeitpunkt der Scantinel-Akquisition blieb in der Mitteilung unerwähnt.

Für ein Unternehmen, das in den vergangenen Monaten vor allem mit Pilotprojekten und Nasdaq-Compliance-Themen Schlagzeilen machte, ist der Vorstoß in Richtung KI-Infrastruktur ein bemerkenswerter Perspektivwechsel.

Ob aus den laufenden Gesprächen tatsächlich zahlungswirksame Lizenzverträge werden, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen – belastbare Zahlen zu möglichen Umsatzpotenzialen aus dem Rechenzentrumsgeschäft liegen bislang nicht vor.

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