Microvast, Aktie

Microvast Aktie: Sammelklage nach 34-Prozent-Crash

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 07:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microvast verfehlte Umsatzziele, schrieb Lagerbestände ab und sieht sich nach dem Kurssturz mit einer US-Sammelklage konfrontiert.

Microvast-Aktie unter Druck: Umsatz verfehlt Prognose, Klage folgt
Abstrakte Darstellung von Marktvolatilität und finanzieller Instabilität mit fallenden Linien auf dunklem Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Die Nachwirkungen der massiven Zielverfehlungen beim Batteriehersteller Microvast Holdings belasten das Unternehmen nachhaltig. Die Diskrepanz zwischen früheren Prognosen des Managements und den tatsächlichen Geschäftszahlen bildet den Nährboden für erhebliche juristische Risiken in den USA.

Operative Verfehlungen und Margendruck

Der Umsatz belief sich damals auf 96,5 Millionen US-Dollar und sank damit im Jahresvergleich um 15 Prozent. Gleichzeitig verfehlte das Unternehmen die Markterwartungen deutlich, da der Analystenkonsens zuvor bei 136,4 Millionen US-Dollar gelegen hatte.

Dieser Rückgang verdeutlichte die operativen Hürden im damaligen Marktumfeld. Neben einer spürbaren Kaufzurückhaltung wirkten sich vor allem Verzögerungen bei den Nutzfahrzeug-Rollouts wichtiger Kunden negativ auf das Auslieferungsvolumen aus. Zugleich verschärften interne Lagerprobleme die Situation zusätzlich.

In der Folge erlebte die Ertragskraft einen historischen Einbruch. Das Management sah sich gezwungen, eine umfangreiche ESS-Inventarabschreibung in Höhe von 32,5 Millionen US-Dollar vorzunehmen. Dadurch sackte die Bruttomarge im vierten Quartal 2025 auf nur noch 1,0 Prozent ab, nachdem sie im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch bei rund 36 Prozent gelegen hatte.

Bauverzögerungen und juristische Folgen

Neben den rein finanziellen Belastungen wogen auch projektbezogene Verzögerungen schwer. So gelang es dem Unternehmen nicht, die geplante Erweiterung der Phase 3.2 am Standort Huzhou bis zum Ende des Jahres 2025 fertigzustellen. Die Nichterfüllung der kommunizierten Ausbaupläne und das Verfehlen der Zeitachsen erschütterten das Vertrauen der Investoren nachhaltig.

Die Quittung an der Börse folgte umgehend: Am 17. März 2026 brach die Notierung an der Nasdaq um 0,79 US-Dollar oder 34,2 Prozent ein. Der Titel stürzte an diesem Handelstag auf 1,52 US-Dollar ab.

Die Kursverluste mündeten in einer Wertpapier-Sammelklage vor dem US District Court Southern District of Texas in Houston. Kanzleien wie Levi & Korsinsky sowie Kaplan Fox werfen dem Unternehmen vor, überzogene Margenziele ausgegeben und die Risiken bei der Inventarbewertung verschleiert zu haben. Die Klage bezieht sich auf Wertpapierkäufe zwischen dem 1. April 2025 und dem 16. März 2026.

Die strukturellen Belastungen spiegeln sich weiterhin im Kurs wider. Mit einer vorbörslichen Notierung von 0,5900 Euro verzeichnet die Aktie seit Jahresanfang ein Minus von 75 Prozent. Solange operative Klarheit und rechtliche Entlastung fehlen, bleibt das Papier mit erheblichen Risiken behaftet.

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