Microvast, Verlust

Microvast: 70 Prozent Verlust seit Jahresbeginn

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 02:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microvast verfehlt Q2-Erwartungen, senkt Prognosen. Analysten reduzieren Kursziel auf 5 Dollar, Sammelklage eingereicht.

Microvast-Aktie: Kursziel gesenkt, Gewinnzone 2026 verfehlt
Abstrakte Darstellung einer modernen Batterietechnologie-Produktionsanlage in bläulichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microvast Holdings steht vor einem herausfordernden Geschäftsjahr. Während Analysten heute ihre Prognosen für den Batteriespezialisten nach unten korrigierten, belastet das schwache Abschneiden im zweiten Quartal die Stimmung der Anleger. In der Folge wird nun erwartet, dass das Unternehmen im laufenden Jahr die Gewinnzone verfehlen wird.

Rückgang bei Umsatz und Profitabilität

Die am vergangenen Montag vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal 2026 blieben hinter den Erwartungen zurück. Laut SEC-Einreichungen meldete Microvast einen Umsatz von 87,3 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Marktbeobachter hatten zuvor mit Erlösen in Höhe von 96,3 Millionen US-Dollar gerechnet. Parallel dazu schrumpfte die Bruttomarge von 34,7 Prozent im Vorjahr auf nun 29,5 Prozent.

Dieses Ergebnis spiegelt sich auch im operativen Bereich wider. Das Unternehmen verzeichnete einen operativen Verlust von 1,7 Millionen US-Dollar. Unter dem Strich stand für die Stammaktionäre ein Nettoverlust von 12,0 Millionen US-Dollar bzw. 0,03 US-Dollar je verwässerter Aktie.

Die Kapitalausgaben beliefen sich im Berichtszeitraum auf 11,3 Millionen US-Dollar, während der operative Cashflow mit minus 10,5 Millionen US-Dollar negativ ausfiel. Dennoch verfügte Microvast zum Quartalsende über liquide Mittel in Höhe von 127,8 Millionen US-Dollar.

Personalwechsel und juristische Auseinandersetzungen

Abseits der Bilanzzahlen gab es Veränderungen im Management. Anfang August ernannte das Unternehmen Derek Liu zum neuen Chief Accounting Officer. Liu, der zuvor über zehn Jahre als Finanzvorstand bei Silvercorp Metals Inc. tätig war, trat seine Position planmäßig am 7. August an. Sein Vergütungspaket umfasst ein jährliches Grundgehalt von 350.000 US-Dollar sowie leistungsbezogene Boni.

Zusätzlich sieht sich das Unternehmen mit rechtlichem Gegenwind konfrontiert. Wie am Donnerstag bekannt wurde, reichte die Kanzlei Kirby McInerney LLP eine Wertpapiersammelklage im Namen von Investoren ein. Den Vorwürfen zufolge soll Microvast irreführende Angaben zu Bestandsmanagement-Problemen und Verzögerungen bei der Einführung von Nutzfahrzeugen gemacht haben.

Zudem geht es um die Frage, ob das Unternehmen seine Kapazitäten zur Erweiterung der Produktionsstätte im chinesischen Huzhou überschätzt hat. Betroffene Anleger haben bis zum 21. September 2026 Zeit, sich als Hauptkläger zu melden.

Analysten streichen Kursziele zusammen

Die Reaktion am Kapitalmarkt war deutlich. Am vergangenen Freitag gab das Papier um 6,7 Prozent nach. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertverlust damit bereits auf 70 Prozent. Heute passten Analysten im Zuge der jüngsten Entwicklungen ihre Erwartungen an.

Medienberichten zufolge wurde das durchschnittliche Kursziel von 6,00 US-Dollar auf 5,00 US-Dollar gesenkt. Als Gründe hierfür gelten angepasste Annahmen zum Diskontsatz, dem Umsatzwachstum sowie den künftigen Gewinnmargen.

Für das Gesamtjahr 2026 wird nun ein Umsatz von etwa 362 Millionen US-Dollar prognostiziert. Dies entspräche einem annualisierten Rückgang der Erlöse von 2,8 Prozent bis zum Jahresende.

Das Papier notiert derzeit weit entfernt von früheren Höchstständen; der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 5,46 Euro beträgt bereits 87 Prozent. Experten gehen davon aus, dass Microvast angesichts der aktuellen Margenkompression und der operativen Schwierigkeiten vorerst in den roten Zahlen bleiben wird.

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