Microsoft, Aktie

Microsoft Aktie: Halbe Billion in einem Tag

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 01:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft erzielt den größten Tagesgewinn der Börsengeschichte. Cloud-Wachstum und kontrollierte KI-Investitionen treiben den Kurs.

Microsoft Aktie: Rekordgewinn von 485 Milliarden Dollar an einem Tag
Abstrakte Darstellung von goldenen Datenströmen und Finanzwachstum in einer modernen, nächtlichen Stadtkulisse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein einziger Handelstag, ein historischer Wertzuwachs: Microsoft hat am Donnerstag den größten Ein-Tages-Gewinn an Marktkapitalisierung eingefahren, den ein Unternehmen je verbucht hat. Die Aktie schloss rund 15,5 Prozent höher bei 451,10 Dollar – und riss damit den bisherigen Rekord von Nvidia aus dem April 2025 nieder.

Rechnerisch kamen dem Konzern binnen weniger Stunden mehr als 485 Milliarden Dollar an Börsenwert hinzu. Nvidias bisherige Bestmarke lag bei 441 Milliarden Dollar. Microsoft war zuvor eines der schwächsten Mitglieder der "Glorreichen Sieben" gewesen – bis Mittwoch stand für das laufende Jahr noch ein Kursminus von rund 18 Prozent zu Buche.

Azure liefert, die Sorgen weichen

Der Auslöser: Zahlen, die die Wall Street regelrecht überrascht haben. Das Ergebnis je Aktie kletterte im vierten Geschäftsquartal auf 4,81 Dollar, deutlich über der Analystenschätzung von 4,24 Dollar. Der Umsatz erreichte 90,01 Milliarden Dollar und lag damit klar über den erwarteten 87,61 Milliarden Dollar.

Auf Jahressicht wuchs der Konzernumsatz um 18 Prozent auf 332 Milliarden Dollar, operativ blieben 155 Milliarden Dollar übrig – ein Plus von gut einem Fünftel. Unter dem Strich stieg der Gewinn um fast ein Drittel auf knapp 134 Milliarden Dollar, einer der höchsten je von einem Unternehmen erzielten Jahresüberschüsse.

Den größten Beitrag lieferte erneut die Cloud-Sparte. Azure wuchs währungsbereinigt um 43 Prozent – der höchste Quartalszuwachs seit 2022 und deutlich über der Analystenerwartung von rund 40 Prozent. Für das laufende erste Geschäftsquartal stellte Microsoft sogar 45 Prozent Wachstum in Aussicht, wieder oberhalb der Konsensschätzungen. Microsoft 365 Copilot kommt inzwischen auf mehr als 30 Millionen zahlende Nutzerkonten, nach 20 Millionen im Vorquartal.

Investitionsdisziplin kommt an

Was die Rally zusätzlich befeuerte, war der Ton von Finanzchefin Amy Hood. Sie signalisierte, dass die Investitionen in KI-Infrastruktur nicht weiter eskalieren, sondern kontrolliert bleiben sollen – anders als bei manchen Wettbewerbern. Für das Kalenderjahr 2026 kalkuliert Microsoft nun mit rund 175 Milliarden Dollar Investitionen statt der zuvor in Aussicht gestellten 190 Milliarden Dollar, wobei die Reduktion vor allem auf eine geänderte Abschreibungsdauer für Rechenzentren zurückgeht und nicht auf tatsächlich gekürzte Pläne. Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2026/27 plant der Konzern mit 50 Milliarden Dollar Kapitalausgaben. Hood bestätigte zudem, dass Microsoft bis ins Geschäftsjahr 2027 hinein einen positiven Cashflow erwartet.

Der Kontrast zu Meta Platforms hätte am selben Tag kaum größer sein können: Während Microsoft mit gezügelten Investitionsplänen punktete, verlor die Facebook-Mutter rund 9 Prozent, nachdem sie ihre Ausgabenspanne angehoben und bei der Umsatzprognose enttäuscht hatte. Der Markt belohnte an diesem Donnerstag klar das Unternehmen, das eine überzeugende Antwort auf die Frage nach der Rendite seiner KI-Milliarden liefern konnte.

An der Wall Street reagierten mindestens neun Broker mit angehobenen Kurszielen, der Mittelwert liegt nun bei 560,90 Dollar. RBC-Analyst Rishi Jaluria lobte ein rundum starkes Geschäftsjahr, Jefferies-Analyst Brent Thill sprach von einem "Volltreffer" und hob besonders die starke Prognose für das laufende Quartal hervor.

Vom Rekordhoch zurück auf die Überholspur

Vor einem Jahr hatte die Aktie noch bei 555 Dollar notiert, der Konzern war mehr als vier Billionen Dollar wert. Im Juni war die Marktkapitalisierung wegen Sorgen um eine mögliche Kannibalisierung des Büro-Software-Geschäfts durch KI-Tools bis auf 2,6 Billionen Dollar gefallen. Nach dem Kurssprung liegt der Börsenwert wieder bei rund 3,4 Billionen Dollar – Microsoft bleibt damit aber weiterhin nur die Nummer vier hinter Apple, Nvidia und Alphabet.

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