Microsoft Aktie: 450 Milliarden Dollar Tagesgewinn
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 23:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat mit seinem Quartalsbericht die Wall Street überrumpelt. Der Konzern legte am Donnerstag um mehr als 15 Prozent zu und gewann rund 450 Milliarden Dollar an Marktwert dazu. Das ist der größte Tagesgewinn, den ein Unternehmen je verzeichnet hat — noch vor Nvidias bisherigem Rekord von 441 Milliarden Dollar.
Am Freitag setzt sich die Rally fort. Die Aktie steigt um weitere 2,80 Prozent auf 402,30 Euro. Damit liegt der Kurs jetzt rund 16 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 346,63 Euro — ein deutliches Zeichen, wie stark sich die Stimmung binnen weniger Tage gedreht hat.
Zahlen schlagen die Erwartungen klar
Der Auslöser sitzt tief in den Geschäftszahlen. Microsoft meldete für das vierte Fiskalquartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 4,74 Dollar, Analysten hatten nur 4,24 Dollar erwartet. Der Umsatz kletterte auf 90,01 Milliarden Dollar und wuchs damit um rund 18 Prozent zum Vorjahr.
Der Nettogewinn stieg auf 35,77 Milliarden Dollar, verglichen mit 27,23 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Einen Teil des Sprungs verdankt Microsoft einem Sondereffekt: Ein Gewinn von 3,2 Milliarden Dollar aus der Beteiligung am KI-Labor Anthropic floss mit ein. Zusätzlich fielen die Kosten für das erste freiwillige Vorruhestandsprogramm des Konzerns niedriger aus als geplant.
Auch der Ausblick beruhigte die Märkte. Microsoft rechnet im ersten Fiskalquartal mit einem Azure-Wachstum von 45 Prozent auf Basis konstanter Wechselkurse — Analysten hatten im Schnitt nur rund 41 Prozent auf dem Zettel. Das Management bestätigte zudem die Investitionspläne: Für das erste Quartal des Fiskaljahres 2027 plant der Konzern Investitionsausgaben von 50 Milliarden Dollar, für das Kalenderjahr 2026 insgesamt 175 Milliarden Dollar.
Wall Street schraubt Kursziele nach oben
Mindestens neun Banken haben ihre Kursziele nach den Zahlen angehoben. Im Schnitt liegt das Ziel jetzt bei 560,90 Dollar. Die Anpassungen spiegeln ein Umdenken wider: Die milliardenschweren Investitionen in Cloud und KI zahlen sich offenbar in echtem Gewinnwachstum aus, nicht nur in steigenden Kosten.
Brian Mulberry, Chefstratege bei Zacks Investment Management, bezeichnete das Quartal als genau den Ton, den der Markt hören wollte — Wachstumstreiber kamen demnach klar aus Cloud und KI. Jake Behan von Direxion brachte die zentrale Frage auf den Punkt: Konnte Microsoft die Debatte von den Ausgaben für KI hin zu den tatsächlichen Erträgen daraus verschieben? Die Zahlen legen nahe: ja.
Der Kursschub blieb nicht auf Microsoft beschränkt. Der Nasdaq Composite legte um 2,8 Prozent zu, der S&P 500 um 1,7 Prozent, der Dow Jones gewann 614 Punkte — davon gingen rund 360 Punkte allein auf Microsoft zurück.
Der Rückstand bleibt trotz allem groß
Vor dem Rekordsprung lag Microsoft unter den "Magnificent Seven" deutlich zurück. Bis Mittwoch hatte die Aktie im laufenden Jahr mehr als 18 Prozent verloren. Selbst nach der aktuellen Erholung steht Microsoft seit Jahresbeginn noch mit 2,63 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit fast 14 Prozent.
Zum Rekordhoch von 478,10 Euro aus dem Oktober 2025 fehlen der Aktie weiterhin knapp 16 Prozent. Der 14-Tage-RSI von 73,6 signalisiert nach dem starken Doppeltag bereits überkaufte Bedingungen — ein Hinweis darauf, dass kurzfristig Luft aus der Rally weichen könnte, auch wenn die fundamentale Story intakt bleibt.
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