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Micron Technology Aktie: Quartalszahlen am 30. September

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 07:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Micron bereitet den Markt auf anspruchsvolle Quartalsziele vor, während Gewerkschaften in Taiwan mehr Gewinnbeteiligung verlangen und Verhandlungen anstehen.

Nahaufnahme eines generischen DRAM-Speicherchips auf schwarzem Substrat mit goldenen Bond-Drähten und polierter Siliziumoberfläche unter kühlem Studioblaulicht
Micron Technology US5951121038 generischer DRAM Speicherchip mit goldenen Bond Drähten fotorealistisch aufgenommen Illustration mit AI erstellt.

In wenigen Tagen schlägt für Micron Technology die Stunde der Wahrheit. Am 30. September legt der Speicherchiphersteller seine Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vor.

Nach einer beispiellosen Rally blickt der Markt mit einer Mischung aus Euphorie und Nervosität auf diesen Termin. Für mich steht fest: Das Unternehmen liefert operativ in einer eigenen Liga, doch die selbst gesteckte Messlatte lässt am Monatsende keinerlei Raum für Enttäuschungen.

Schwelender Tarifkonflikt ohne akute Produktionsrisiken

Zusätzliche Brisanz brachten am gestrigen Sonntag Berichte der Nachrichtenagentur Reuters über die asiatische Belegschaft ins Spiel. Gewerkschaften, die die Mehrheit der Micron-Mitarbeiter in Taiwan vertreten, fordern demnach eine stärkere Beteiligung an den Milliardengewinnen. Streikvorbereitungen seien angelaufen, wenngleich bislang kein Ausstand beschlossen wurde.

Aus Anlegersicht halte ich diese Entwicklung für beherrschbar. Entscheidend ist vor allem, dass die Fertigung in den taiwanischen Werken bislang völlig unbeeinträchtigt weiterläuft. Arbeitskämpfe in der Halbleiterindustrie sind selten und bergen theoretisch erhebliche Lieferrisiken. Doch der Vorstoß der Arbeitnehmervertreter wirkt eher wie ein klassisches Säbelrasseln im Vorfeld anstehender Verhandlungen als ein unmittelbarer Produktionsstopp.

An der Börse überwog zuletzt ohnehin der Optimismus. Am vergangenen Freitag kletterte das Papier um 3,8 Prozent auf 884,00 Euro. Damit notiert der Wert zwar rund 20 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, demonstriert aber eine bemerkenswerte relative Stärke im Vorfeld der Quartalsbilanz.

Die astronomische Messlatte für das vierte Quartal

Der eigentliche Taktgeber für die Bewertung bleibt die fundamentale Ertragskraft. Die Zielmarken für das vierte Quartal, die das Management im Juni formulierte, sind gigantisch: Ein Rekordumsatz von 50,0 Milliarden US-Dollar bei einer Schwankungsbreite von einer Milliarde US-Dollar sowie ein verwässerter Gewinn je Aktie von 30,73 US-Dollar (plus/minus ein Dollar) stehen im Raum. Wer solche Dimensionen verspricht, muss am 30. September fehlerfrei liefern.

Dass diese Erwartungen nicht aus der Luft gegriffen sind, bewies bereits das dritte Quartal. Mit einem Umsatzsprung auf 41,46 Milliarden US-Dollar und einem Nettogewinn von 28,24 Milliarden US-Dollar deklassierte der Konzern das Vorjahr deutlich.

Rückenwind verleihen vor allem die langfristigen Kundenbindungen. Micron verfügt über 16 strategische Kundenvereinbarungen über mehrere Segmente hinweg. Diese Verträge binden rund 20 Prozent des DRAM- und etwa ein Drittel des NAND-Volumens bis zum Jahr 2030 und stehen für verbleibende Leistungsverpflichtungen von rund 100 Milliarden US-Dollar. Diese vertragliche Visibilität stützt die Ertragslage nachhaltig gegen zyklische Nachfragedellen ab.

Routinierter Insider-Verkauf trübt das Bild kaum

Kritiker könnten anführen, dass Konzernchef Sanjay Mehrotra unlängst Kasse machte. Ein Warnsignal sehe ich darin nicht.

Die Transaktion erfolgte im Rahmen eines bereits Ende Januar aufgesetzten Handelsplans nach Regel 10b5-1. Zudem hält Mehrotra weiterhin direkt 264.503 Anteile sowie indirekt über 607.000 Papiere. Solche automatisierten Verkäufe sind gängige Praxis bei Führungskräften und spiegeln schlicht eine persönliche Vermögensstreuung wider.

Fazit: Die Fundamentaldaten sprechen für den Konzern

Unterm Strich überwiegen für mich klar die Chancen. Micron agiert technologisch und vertraglich aus einer Position der Stärke heraus. Das Taiwan-Thema sorgt kurzfristig für Unruhe, bedroht das operative Geschäft derzeit aber nicht.

Gleichwohl ist die Erwartungshaltung für den 30. September gewaltig. Der Konzern muss nicht nur die angepeilten 50 Milliarden US-Dollar Umsatz bestätigen, sondern auch einen weiterhin robusten Ausblick auf das neue Geschäftsjahr geben. Gelingt dieser Nachweis, dürfte der Weg für die nächste Aufwärtsbewegung geebnet sein.

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