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Micron Technology Aktie: DRAM wird knapper als gedacht

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 01:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

UBS bestätigt Kursziel von 1.625 Dollar für Micron. DRAM-Markt enger als erwartet, Speicherpreise sollen 2026 um über 200 Prozent steigen.

Micron Technology: DRAM-Knappheit könnte bis 2027 anhalten
Abstrakte Darstellung hochmoderner Halbleiterfertigung in einem Reinraum mit Fokus auf technologische Präzision. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Micron liefert derzeit einen Balanceakt zwischen Rekordmargen und einer Chartkorrektur, die viele so nicht erwartet hatten. Während der Kurs zuletzt tiefere Hochs und tiefere Tiefs zeigte, malt das Unternehmen selbst ein Bild von struktureller Speicherknappheit, die bis weit über 2027 hinausreichen soll.

UBS bleibt bei ambitioniertem Kursziel

UBS-Analyst Timothy Arcuri bestätigte seine Kaufempfehlung für Micron und beließ das Kursziel bei 1.625 Dollar – trotz leicht gesenkter Kurzfristschätzungen wegen Unsicherheiten im NAND-Geschäft. Der DRAM-Markt sei dagegen noch enger, als bislang angenommen. UBS-Kollege Arend Kapteyn rechnet mit einem Anstieg der Speicherpreise von über 200 Prozent in diesem Jahr, gefolgt von weiteren 89 Prozent 2027.

Die Bank begründet ihre Zuversicht mit einem strukturellen Reset der Ertragskraft. Die Schätzungen für den Gewinn je Aktie liegen für 2026 bei 74,13 Dollar, für 2027 bei 184,89 Dollar und sollen 2028 auf 265,65 Dollar steigen – Werte, die deutlich über dem Marktkonsens liegen. Bis 2028 soll Micron kumuliert mehr als 450 Milliarden Dollar freien Cashflow generieren.

Management sieht 2027 enger als 2026

Auf der KeyBanc Technology Leadership Forum bekräftigte Micron-Manager Sumit Sadana, dass die Nachfragesignale seit dem letzten Quartalsbericht weiter gestiegen seien. Das Unternehmen erwartet inzwischen, dass 2027 noch angespannter wird als das laufende Jahr – die Wachstumsdynamik bei der Nachfrage übertreffe schlicht das Tempo, mit dem neue Kapazitäten entstehen können.

Die operative Marge lag im jüngsten Quartal bei 81 Prozent. Micron erhöhte zudem seine geplante US-Investitionssumme von 200 auf 250 Milliarden Dollar und treibt Fab-Projekte in Idaho, New York und Virginia voran. Nach eigenen Angaben ist Micron das einzige Unternehmen, das in den USA in Front-End-Speicherfertigung investiert.

Ein zentraler Baustein der Strategie sind die sogenannten Strategic Customer Agreements (SCAs) – bindende Abnahmeverträge ohne Ausstiegsklauseln, die künftig rund die Hälfte des Umsatzes abdecken sollen und größtenteils bis 2030 laufen. Zum Zeitpunkt der letzten Quartalszahlen standen dafür bereits 22 Milliarden Dollar an Cash- und Cash-ähnlichen Zusagen im Raum, davon 18 Milliarden Dollar in bar auf der Bilanz.

Chart und Fundamentaldaten laufen auseinander

Genau hier liegt die Spannung: Fundamental untermauert Micron seine Story mit Rekordmargen, langfristigen Lieferverträgen und einer Nachfrage, die laut Management selbst bei Despezifizierungen im Servermarkt weiter steigt. Charttechnisch befindet sich die Aktie dagegen in einer Korrekturphase, in der eine eingezeichnete Widerstandslinie und die 50-Tage-Linie das Bild prägen.

Citigroup hat Micron zuletzt von seiner Beobachtungsliste für Kurskatalysatoren gestrichen – nach durchwachsenen Quartalsberichten anderer Speicherhersteller. Das ändert an der grundsätzlich positiven Einstufung der Bank nichts, unterstreicht aber, dass der Sektor insgesamt uneinheitlich läuft.

Für die kommenden Monate bleibt die entscheidende Beobachtungsgröße die Preisentwicklung bei DRAM und NAND. UBS geht für 2027 von einem NAND-Branchenumsatz von rund 495 Milliarden Dollar aus, nach etwa 300 Milliarden Dollar in diesem Jahr – ein Sprung, der zeigen würde, ob die von Micron beschriebene Angebotslücke tatsächlich so lange anhält wie vom Management skizziert.

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