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Micron Technology Aktie: D.A. Davidson hebt Kursziel auf 3.000 Dollar

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 09:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

D.A. Davidson sieht Hochleistungsspeicher bis 2028 knapp; Microns HBM4-Kapazitäten für 2026 sind bereits ausverkauft.

Pop-Art-Comic-Illustration eines Halbleiterspeichers im Roy-Lichtenstein-Stil mit Ben-Day-Punktraster, fetten schwarzen Konturen und knalligen Farben Magenta, Gelb, Cyan
Micron Technology US5951121038 Halbleiterchip als kräftiges Pop Art Comic mit Ben Day Punktraster Illustration mit AI erstellt.

Die Nervosität im Halbleitersektor war in den vergangenen Tagen mit Händen zu greifen. Berichte über gedämpftere Umsatzerwartungen bei KI-Vorreitern und ein drohender Arbeitskampf an den taiwanesischen Fertigungsstandorten ließen manchen Anleger an der Nachhaltigkeit des Booms zweifeln.

Für mich greift diese Skepsis jedoch zu kurz. Hinter dem aktuellen Kursrauschen verfestigt sich ein Fundament, das dem US-Speicherspezialisten auf Jahre hinaus außergewöhnliche Erträge sichern dürfte.

Wer verstehen will, warum die Zuversicht überwiegt, muss auf die Angebotsseite blicken. Der Analyst Gil Luria vom Analysehaus D.A. Davidson hob die Einstufung mit einem Kurszielsprung von 2.100 auf 3.000 US-Dollar hervor und bekräftigte seine Kaufempfehlung.

Seine Begründung trifft den Kern der aktuellen Marktphase: Die Nachfrage nach Hochleistungsspeicher dürfte das weltweite Angebot nicht nur im kommenden Jahr, sondern auch 2027 und 2028 übersteigen.

Reale Knappheit schlägt kurzfristige Ängste

Dieser Mangel ist keine theoretische Prognose, sondern schlägt sich bereits in handfesten Zahlen nieder. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres wies das Unternehmen einen Umsatz von 54,23 Milliarden US-Dollar aus.

Zugleich kletterte das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 33,42 US-Dollar. Dass die Kapazitäten für die fortschrittliche HBM4-Generation für das Jahr 2026 bereits ausverkauft sind, unterstreicht die Ausnahmestellung der Speicherhersteller im KI-Ökosystem.

Aus meiner Sicht belegen diese Vorabzusagen, dass Hyperscaler und Serverhersteller panische Angst vor Lieferengpässen haben und sich Fertigungskontingente um nahezu jeden Preis sichern. Während Standardkomponenten zyklischen Dellen unterliegen mögen, bleibt Speicher mit hoher Bandbreite das Nadelöhr moderner Rechenzentren.

Der Arbeitskampf in Taiwan als Reifetest

Gewiss dürfen Risiken nicht ausgeblendet werden. Die Taoyuan-Gewerkschaft in Taiwan autorisierte am Mittwoch mit überwältigender Mehrheit einen möglichen Streik und verlangt eine dauerhafte Beteiligung von 15 Prozent am operativen Gewinn. Da mehr als die Hälfte der Chipfertigung auf der Insel stattfindet, birgt jeder Produktionsausfall erhebliche Sprengkraft für die globale Lieferkette.

Unterm Strich betrachte ich diesen Konflikt allerdings eher als Verteilungskampf infolge explodierender Gewinne denn als operative Bedrohung des Geschäftsmodells. Die Arbeitnehmer fordern ihren Anteil an einer beispiellosen Sonderkonjunktur.

Selbst wenn das Management den Beschäftigten finanziell entgegenkommen muss, dürften die Margen auf einem Niveau verharren, von dem andere Branchen nur träumen können. Die Bruttomarge erreichte im jüngsten Quartal bereits 87 Prozent.

Rücksetzer bieten strategischen Spielraum

Am Markt spiegelt sich diese Gemengelage in einer Atempause wider: Im heutigen Handel erholte sich die Aktie leicht um 1,9 Prozent auf 941,70 Euro. Mit einem Abstand von 15 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro zeigt das Papier jedoch, dass die jüngsten Schlagzeilen Spuren hinterlassen haben.

Für mich spricht die Faktenlage eine klare Sprache: Solange die Nachfrage nach Rechenleistung das physisch herstellbare Angebot an Spezialbausteinen übersteigt, bleibt die Preissetzungsmacht intakt.

Die Kombination aus massiven Vorbestellungen, einer ausverkauften HBM-Produktion und soliden Kassenbeständen verschafft dem Konzern eine Widerstandskraft, die viele Marktteilnehmer derzeit unterschätzen. Die aktuelle Konsolidierung dürfte sich rückblickend als gesunde Zwischenstation in einem mehrjährigen Superzyklus erweisen.

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