Michelin Aktie: Preise tragen das Quartal
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 20:35 Uhr | Redaktion boerse-global.deMichelin verkauft weniger Reifen, nimmt aber mehr Geld pro Reifen ein. Im dritten Quartal reichte das für eine spürbare Beschleunigung beim Umsatz. Die Prognose für 2026 bleibt bestehen, doch beim Absatz dämpft der Konzern die Erwartungen.
Preis und Mix gleichen Mengenschwäche aus
Der Umsatz lag nach neun Monaten bei 19,2 Milliarden Euro. Zu aktuellen Wechselkursen entspricht das einem Minus von 0,5 Prozent, zu konstanten Kursen einem Plus von 1,0 Prozent. Im dritten Quartal wuchs der Konzern zu konstanten Kursen um 2,2 Prozent. Die Quartalserlöse von 6,49 Milliarden Euro blieben allerdings unter der Analystenerwartung von rund 6,63 Milliarden.
Die Reifenabsätze sanken in den neun Monaten um 0,8 Prozent, vor allem wegen der schwachen Erstausrüstung. Im Ersatzgeschäft hielt sich die Marke Michelin dagegen gut: Sie legte um 4 Prozent zu und übertraf damit den Markt deutlich. Mit Reifen ab 18 Zoll, die inzwischen rund 70 Prozent der Pkw-Verkäufe der Kernmarke ausmachen, verbessert sich der Produktmix weiter. Die Preise drehten im Quartal ins Plus, nachdem sie zuvor unter Druck standen.
Segmente laufen auseinander
Das Geschäft mit Pkw- und Leichtlastwagenreifen setzte nach neun Monaten 10,4 Milliarden Euro um, ein Minus von 1,0 Prozent. Im dritten Quartal wuchs es wieder. Die Transportsparte verlor auf Neunmonatssicht 3,7 Prozent, legte im Quartal aber um 1,7 Prozent zu. Hier belastet vor allem die schwache Frachtnachfrage in Amerika.
Auffällig bleibt die Sparte Polymer Composite Solutions. Sie wuchs um 21,9 Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro, getrieben von den Zukäufen Cooley Group, Flexitallic und TexTech. Ohne diese Zukäufe schrumpften die Nicht-Reifen-Geschäfte organisch, unter anderem wegen der Flaute im australischen Eisenerzbergbau, die die Nachfrage nach Förderbändern drückt.
Vorsichtiger Ton beim Absatz
An den Jahreszielen hält der Vorstand fest. Das Segmentergebnis soll zu konstanten Wechselkursen und Konsolidierungskreis über dem Vorjahr liegen, der freie Cashflow vor Übernahmen über 1,6 Milliarden Euro. Beim Absatz rechnet Michelin für 2026 nun mit leicht negativen Mengen und erwartet im vierten Quartal keine Erholung mehr.
Teurer wird es zudem beim Einkauf. Für das zweite Halbjahr kalkuliert das Management mit Kostenzuwächsen von rund 400 Millionen Euro, darunter etwa 200 Millionen bei Rohstoffen. Preiserhöhungen decken diese Belastung bislang nur zu etwa 80 Prozent ab. Volle Abdeckung soll im ersten Halbjahr 2027 über vertragliche Indexierung erreicht werden.
Die Aktie schloss in Paris bei 33,24 Euro, ein Plus von 0,88 Prozent. Ein Teil des laufenden Rückkaufprogramms für 2026 ist nach Unternehmensangaben bereits umgesetzt: Mehr als 80 Prozent der geplanten 750 Millionen Euro sind erledigt.
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