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MHP Hotel Aktie: Conrad dreht ins Plus

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 09:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im dritten Quartal stieg der Hotelumsatz um 25 Prozent; das bestehende Portfolio legte bereinigt um rund 3 Prozent zu.
Elegante, modern gestaltete Hotellobby mit atmosphärischer Beleuchtung als Symbol für den Gastgewerbesektor. Illustration mit AI erstellt.

Die Hotelkette meldet für das dritte Quartal ein kräftiges Umsatzplus und bestätigt die zuletzt angepasste Jahresprognose. Entscheidend ist der Blick unter die Oberfläche: Die beiden neuen Häuser verwässern die Kennzahlen, das Bestandsportfolio läuft dagegen deutlich besser.

Bestand preist weiter auf

Der Hotelumsatz stieg im dritten Quartal um 25 Prozent auf 56,5 Millionen Euro, nach neun Monaten stehen 155 Millionen Euro zu Buche. Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch das Hyatt Regency Wien, seit Februar konsolidiert, und das Conrad Hamburg, das diesmal drei Monate beitrug. Bereinigt um diese Zugänge wuchs das Bestandsgeschäft um rund 3 Prozent.

Die ausgewiesene Auslastung sank um 2 Prozentpunkte auf 77 Prozent, die durchschnittliche Zimmerrate legte auf 233 Euro zu. Der Ertrag je verfügbarem Zimmer blieb damit bei rund 180 Euro.

Ohne Conrad und Wien zeigt sich ein besseres Bild. Die Rate stieg um rund 5 Prozent auf 239 Euro, die Auslastung hielt sich stabil bei 81 Prozent. Das gelang, obwohl die übliche Sommernachfrage aus den Golfstaaten schwach blieb. Im September erreichte die Rate mit 285 Euro den Jahreshöchstwert, getragen von Messegeschäft und einem Rekord-Oktoberfest.

Conrad Hamburg wird zum Hoffnungsträger

Der Hochlauf des Conrad Hamburg belastet die Ergebnisse dieses Jahres. Im dritten Quartal kam laut Management der erste spürbare Fortschritt: Auslastung und Rate verbesserten sich deutlich, vor allem im September, und die operative Marge zog entsprechend an. Es ist der erste klare Hinweis, dass das Haus auf ein tragfähiges Niveau zusteuert.

Q4 muss liefern

Für 2026 peilt der Vorstand einen Konzernumsatz von 220 bis 225 Millionen Euro an. Beim EBITDA stehen rund 8 Millionen Euro im Plan. Das verlangt im Schlussquartal einen Umsatz von 64 bis 69 Millionen Euro. Die untere Hälfte der Spanne gilt als wahrscheinlicher.

Beim Ergebnis ist die Hürde höher. Im ersten Halbjahr entstanden nur 0,2 Millionen Euro EBITDA, im zweiten Halbjahr müssen also gut 7,8 Millionen Euro folgen. Traditionell ist die zweite Jahreshälfte stärker, dank Messen und Weihnachtsmärkten. Allerdings haben sich die Golfstaaten noch nicht voll erholt, und das Vorjahr profitierte von Sondereffekten rund um das Conrad.

Wachstum ohne Immobilienbindung

Das Unternehmen gilt als Preisführer unter den deutschen Hotelgesellschaften. Die Beratung Treugast bewertete die Gruppe im Oktober erneut mit "AA" und sah die Durchschnittsrate von rund 242 Euro als höchste im Markt. Das Pacht- und Franchisemodell erlaubt Expansion ohne gebundenes Kapital in Immobilien.

Die Pipeline ist gefüllt: Das Sheraton Wien soll 2027 folgen, ein Autograph-Hotel in Stuttgart 2028, MOOONS Frankfurt und Autograph Düsseldorf jeweils 2029. Die Analysten von eNuW stufen die Aktie mit "Buy" ein und nennen ein Kursziel von 3,50 Euro. Sie argumentieren, die aktuelle Bewertung spiegele den Ergebnishebel nach Abschluss des Conrad-Hochlaufs nicht wider.

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