MGM Resorts Aktie: Starke Zahlen, neue Klage-Sorgen
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
MGM Resorts legt für das zweite Quartal ein Rekordergebnis vor — und die Aktie reagiert kaum. Parallel dazu holt ein Bundesgericht eine Sammelklage gegen die Glücksspielbranche zurück ins Spiel, die auch den Konzern betrifft. Zwei Nachrichten, ein Unternehmen, gegensätzliche Vorzeichen.
Rekordumsatz trifft auf schwächere Margen
Der Nettogewinn kletterte auf 292,4 Millionen Dollar oder 1,11 Dollar pro Aktie, nach 49 Millionen Dollar beziehungsweise 0,18 Dollar im Vorjahresquartal. Bereinigt verdiente MGM Resorts 0,59 Dollar je Aktie und übertraf damit die Analystenschätzung von 0,56 Dollar. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 4,45 Milliarden Dollar — ebenfalls über den Erwartungen von 4,44 Milliarden Dollar.
Unter der Oberfläche zeigt sich ein gemischtes Bild. Das bereinigte EPS fiel gegenüber den 0,79 Dollar aus dem Vorjahresquartal deutlich, und das konsolidierte bereinigte EBITDA sank auf 610 Millionen Dollar von 648 Millionen Dollar. Zugleich lieferten die Strip-Resorts in Las Vegas mit einem Umsatzplus von drei Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar das zweite Wachstumsquartal in Folge — getragen von einer Casino-Erlössteigerung um 17 Prozent, begünstigt durch eine ungewöhnlich hohe Tischspiel-Gewinnquote von 29,6 Prozent. Die Zimmererlöse gingen dagegen zurück, die durchschnittliche Zimmerrate sank auf 242 Dollar.
Das Regionalgeschäft verzeichnete beim Umsatz ein Plus von drei Prozent auf 904 Millionen Dollar, das Segment-EBITDAR fiel jedoch um neun Prozent. MGM China blieb umsatzseitig stabil bei 1,1 Milliarden Dollar, während die Profitabilität dort um 15 Prozent nachgab. Einen klaren Lichtblick bietet das Digitalgeschäft: MGM Digital wuchs um 20 Prozent auf 196 Millionen Dollar. Im Quartal kaufte der Konzern zudem rund vier Millionen eigene Aktien für 164 Millionen Dollar zurück.
Klage gegen Preisalgorithmen lebt wieder auf
Ein Berufungsgericht in Philadelphia hat eine Sammelklage gegen große Casino-Betreiber in Atlantic City neu zugelassen — darunter MGM Resorts, Caesars Entertainment und Hard Rock. Die Kläger werfen den Unternehmen vor, über die Software „Rainmaker" des Anbieters Cendyn Preisdaten geteilt und so Zimmerpreise koordiniert zu haben. Ein Bezirksrichter hatte die Klage im Oktober 2024 noch abgewiesen, weil die Kläger nicht belegen konnten, wie die Daten konkret genutzt wurden.
Das Berufungsgericht sah das anders und verwies auf die Möglichkeit, dass KI-Software Preisabsprachen erleichtern könne, ohne dass Wettbewerber direkt kommunizieren. Der Fall widerspricht damit einer Entscheidung des Gerichts in San Francisco, das eine vergleichbare Klage aus Nevada im August 2025 abgewiesen hatte — die rechtliche Bewertung solcher Preisalgorithmen bleibt damit uneinheitlich.
Für MGM Resorts überlagern sich damit zwei Geschichten: ein operativ solides Quartal mit Rekordumsatz in Las Vegas und starkem Digitalwachstum, dem margenseitig sinkende EBITDA-Werte in mehreren Segmenten gegenüberstehen. Die wiederbelebte Klage in New Jersey bringt zusätzlich ein rechtliches Risiko zurück auf die Agenda, dessen Ausgang von den technischen Beweisen zur Cendyn-Software abhängen wird, die das Gericht nun zur Prüfung zugelassen hat.
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