Metaplanet Aktie: Gerovich übt 64 Millionen Bezugsrechte aus
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 19:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Metaplanet-CEO Simon Gerovich hat auf der Konferenz Bitcoin Asia 2026 am 29. August erklärt, der Boden bei Bitcoin sei nun erreicht. Der rund 50-prozentige Rückgang habe schwächere Verkäufer aus dem Markt gedrängt, die nun einsteigenden Käufer verfügten über längere Anlagehorizonte. "Ich glaube, der Boden ist erreicht, und ich erwarte einen deutlich freundlicheren Rest des Jahres", sagte Gerovich laut Bitcoin Magazine. Er verwies zudem auf das Kapitalpotenzial Asiens: Japanische Haushalte hielten rund 14 Billionen US-Dollar an Finanzvermögen, etwa die Hälfte davon liege auf Bankkonten.
Nur zwei Tage später untermauerte der CEO seine Aussage mit einer eigenen Kapitalmaßnahme. Am 28. August übte Gerovich Aktienbezugsrechte auf 64.032.000 Stammaktien der in Tokio notierten Bitcoin-Treasury-Firma aus. Damit steigt sein Gesamtbestand auf 79.587.500 Aktien und seine Beteiligung auf rund 5,9 Prozent.
Die Bezugsrechte stammen aus einer Änderung der 10. Serie vom 18. August, die neu erworbenen Aktien unterliegen einer Lock-up-Vereinbarung bis zum 17. August 2031 – Gerovich bindet sich damit für mehrere Jahre an das Unternehmen.
Kurs bleibt unter Druck trotz optimistischer Töne
Von der demonstrativen Zuversicht des CEO ist an der Börse bislang wenig zu spüren. Die Aktie notiert aktuell bei 1,57 Euro und büßt am heutigen Donnerstag 3,0 Prozent ein. Übergeordnet bewegt sich das Papier weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4,82 Euro, das im September vergangenen Jahres erreicht wurde – ein Abstand von 67 Prozent.
Als Bitcoin-Treasury-Unternehmen ist Metaplanet direkt der Kryptowährungsvolatilität ausgesetzt, und die Erwartung eines möglichen Zinsschritts der US-Notenbank am 16. September belastet aktuell die gesamte Kryptobranche.
Die Lock-up-Bindung der neu erworbenen Aktien liest sich wie ein Vertrauenssignal des Managements in die eigene langfristige Strategie. Anleger, die kurzfristig auf eine Trendwende hoffen, dürften davon allerdings wenig profitieren – die Wirkung solcher Insider-Käufe entfaltet sich, wenn überhaupt, über Jahre und nicht über Wochen.
Zwei Signale, ein Muster
Die Ereignisse der vergangenen Woche fügen sich zu einem Muster: Der CEO äußert öffentlich Zuversicht zum Bitcoin-Zyklus und untermauert dies mit einer eigenen, langfristig gebundenen Kapitalbeteiligung. Beides fällt in eine Phase, in der Metaplanet parallel seine internationale Expansion vorantreibt – etwa über die geplante Bitcoin-Treasury-Plattform Superplanet in den USA, deren Abschluss für das vierte Quartal 2026 vorgesehen ist.
Für Anleger bleibt die Grundkonstellation unverändert: Metaplanet ist im Kern eine gehebelte Wette auf den Bitcoin-Preis. Gerovichs öffentlich bekundeter Optimismus und sein persönliches finanzielles Engagement mögen ein Vertrauenssignal sein, ändern aber nichts daran, dass der Aktienkurs kurzfristig von der Entwicklung der Kryptowährung selbst und der Zinserwartungen an den Anleihemärkten abhängt.
Ob der von Gerovich ausgerufene Boden tatsächlich hält, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen, wenn die Fed-Entscheidung feststeht und sich die Bitcoin-Kursreaktion darauf klärt.
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