Mercer International setzt Zinszahlung aus und verhandelt mit Gläubigern
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 06:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mercer International hat eine fällige Zinszahlung von rund 25,8 Millionen US-Dollar ausgesetzt und befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Gläubigern. Das Unternehmen bediente die am Donnerstag fälligen Zinsen für seine hochverzinsten Anleihen vorerst nicht. Stattdessen nimmt das Management eine vertraglich vereinbarte Nachfrist von 30 Tagen in Anspruch, die nach Firmenangaben formal noch keinen Zahlungsausfall darstellt.
Die Aktie fiel am Freitag um 20 Prozent und schloss bei 0,2300 Euro. Der Kursverlust seit Jahresanfang beträgt 86 Prozent.
Gespräche mit dominanter Gläubigergruppe
Auslöser für das Aussetzen der Zinsüberweisung sind laufende Gespräche über die Neuordnung der Bilanz. Eine Sonderkommission des Verwaltungsrats verhandelt mit einer Ad-hoc-Gruppe von Anleiheinhabern. Diese Vereinigung kontrolliert mehr als 75 Prozent des ausstehenden Nennbetrags der betroffenen Verbindlichkeiten, die in den kommenden Jahren fällig werden.
Das angestrebte Ziel ist eine Rekapitalisierung mit einer substanziellen Zufuhr von frischem Kapital. Damit sollen fällige Tranchen bedient, die Liquidität gesichert sowie Verbindlichkeiten und laufende Zinsaufwendungen reduziert werden.
Eine Einigung gilt bislang jedoch nicht als gesichert; verbindliche Bedingungen oder Fristen stehen aus. Das operative Geschäft in den Segmenten Zellstoff, Massivholz und Schnittholz laufe derweil normal weiter. Auch Verbindlichkeiten gegenüber Beschäftigten und Partnern würden pünktlich beglichen.
Die bevorstehende Restrukturierung folgt auf eine Phase hoher finanzieller Belastungen im gesamten Sektor. Für das Management steht nun im Vordergrund, die operative Handlungsfähigkeit durch die Verhandlungen zu sichern und die Zinslast an das veränderte Marktumfeld anzupassen.
Vorübergehende Unterbrechung im Werk Rosenthal
Zusätzlich zu den finanziellen Verhandlungen meldete das thüringische Tochterunternehmen Mercer Rosenthal am Freitag einen Zwischenfall beim Hochfahren der Produktion. Nach einem planmäßigen, etwa vierwöchigen Stillstand für Wartungsarbeiten fiel nahe der Abwassereinleitung in die Saale eine Verfärbung auf.
Das Werk stoppte den Wiederanlauf und die Einleitung in das Gewässer, während das anfallende Abwasser in Auffangtanks umgeleitet wurde. Die zuständigen Umweltbehörden reisten an, um die Situation vor Ort zu begutachten.
Zur Absicherung erließ das Landratsamt Saale-Orla zeitweise ein Badeverbot für den südlichen Bereich des Bleilochstausees. Der Standort Rosenthal verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von 360.000 Tonnen Zellstoff und betreibt ein eigenes Biomassekraftwerk.
Mercer International-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mercer International-Analyse vom 4. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Mercer International-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mercer International-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Mercer International: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
