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Mercer International Aktie: Negatives Eigenkapital von 98 Millionen Dollar

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 18:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mercer International verzeichnet nach enttäuschenden Q2-Zahlen ein neues 52-Wochen-Tief. Das Unternehmen plant einen massiven Stellenabbau und verhandelt mit Gläubigern über die angespannte Kapitalstruktur.

Mercer International: Aktie fällt auf Rekordtief nach schwachen Quartalszahlen
Düstere Industrie-Landschaft einer Papierfabrik in der Dämmerung, symbolisierend wirtschaftliche Herausforderungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Holz- und Zellstoffhersteller Mercer International gerät zunehmend unter Druck. Am heutigen Mittwoch markierte die Aktie mit einem Stand von 0,4002 Euro ein neues 52-Wochen-Tief, was einem Rückgang von 1,5 Prozent zum Vortag entspricht.

Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits 76 Prozent an Wert verloren. Auslöser für die prekäre Lage sind enttäuschende Geschäftszahlen, hohe Produktionskosten in Europa sowie eine angespannte Bilanzstruktur, die das Management nun zu drastischen Schritten zwingt.

Massive Verluste und angespannte Liquidität

Die am 6. August vorgestellten Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 lagen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Mercer meldete einen Nettoverlust von 76,0 Millionen US-Dollar beziehungsweise 1,13 US-Dollar pro Aktie. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit einem Minus von 0,60 US-Dollar pro Anteilsschein gerechnet.

Auch der Umsatz verfehlte mit 460,3 Millionen US-Dollar das Konsensziel von 498 Millionen US-Dollar deutlich. Das operative EBITDA drehte von positiven 7,8 Millionen US-Dollar im Vorquartal auf minus 21,0 Millionen US-Dollar.

Verantwortlich für die schwache Performance waren laut Unternehmensangaben vor allem die hohen Kosten für europäische Fasern sowie eine nicht zahlungswirksame Wertminderung auf Vorräte in Höhe von 29,0 Millionen US-Dollar.

Besonders besorgniserregend blicken Anleger auf die Bilanz: Zum 30. Juni 2026 wies Mercer ein negatives Eigenkapital von rund 98 Millionen US-Dollar aus. Die verfügbare Liquidität sank im Quartalsverlauf um 37 Millionen US-Dollar auf etwa 191,7 Millionen US-Dollar.

Restrukturierung in Deutschland und Schuldenmanagement

Um auf die schwierigen Marktbedingungen zu reagieren, hat das Unternehmen eine strategische Umstrukturierung des Werks Mercer Torgau in Deutschland angekündigt. Medienberichten zufolge plant das Management dort einen massiven Stellenabbau. Bis zum zweiten Quartal 2027 sollen etwa 350 Positionen gestrichen werden, um die Kapazitäten an die aktuelle Nachfrage anzupassen.

Parallel dazu treibt das Unternehmen sein Kostensenkungsprogramm "One Goal One Hundred" voran. Im zweiten Quartal wurden Ersparnisse von 13,0 Millionen US-Dollar erzielt, womit sich die Gesamtsumme seit April 2025 auf 54,0 Millionen US-Dollar beläuft. Ziel sind 100 Millionen US-Dollar bis zum Jahresende.

Angesichts der fälligen Verbindlichkeiten hat Mercer zudem Berater engagiert. Wie das Management im Rahmen der Quartalszahlen bekannt gab, laufen derzeit Gespräche mit den Gläubigern der vorrangigen Anleihen mit Laufzeiten in den Jahren 2028 und 2029. Ziel dieser Verhandlungen ist eine Stärkung der Kapitalstruktur, um die anstehenden Fälligkeiten adressieren zu können.

Analysten senken den Daumen

Die Reaktion der Analystenhäuser auf die Bilanzschwäche fiel deutlich aus. Hamir Patel von der Bank CIBC bestätigte am 10. August zwar sein "Hold"-Rating, reduzierte das Kursziel für Mercer International jedoch von 1,00 US-Dollar auf 0,75 US-Dollar. Die Experten verwiesen dabei auf die schwächer als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnisse.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer findet sich im Auftragsbuch für Massivholz, das zum Ende des zweiten Quartals ein Volumen von etwa 151 Millionen US-Dollar erreichte. Diese Aufträge stehen primär im Zusammenhang mit Rechenzentrumsprojekten, die ab Ende 2026 nennenswerte Umsatzbeiträge leisten sollen.

Kurzfristig bleibt die Lage jedoch angespannt: Für das dritte Quartal rechnet Mercer weiterhin mit hohen Faserpreisen in Deutschland und hat zudem 40 Tage für geplante Wartungsstillstände eingeplant, was die Produktion vorübergehend zusätzlich belasten wird.

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