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Mercer International Aktie: Domtar-Stilllegung schürt Sorgen

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 17:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mercer-Aktie fällt auf Rekordtief, da die Domtar-Stilllegung strukturelle Probleme im Zellstoffsektor offenlegt. Das Unternehmen kämpft mit Liquiditätsproblemen und hohen Schulden.

Mercer International: Neues 52-Wochen-Tief nach Domtar-Werksschließung
Düstere, industrielle Papierfabrik in der Dämmerung, die wirtschaftliche Unsicherheit und Sorgen im Sektor symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Kurs von Mercer International ist am heutigen Dienstag auf ein neues 52-Wochen-Tief gefallen. Das Papier verzeichnete im Handel einen Rückgang von 4,1 Prozent und notierte zuletzt bei 0,3356 Euro. Auslöser für den neuerlichen Verkaufsdruck sind Berichte über tiefgreifende strukturelle Verwerfungen im Zellstoffsektor der kanadischen Provinz British Columbia, einem Kernmarkt des Unternehmens.

Mill-Stilllegung beim Wettbewerber schürt Sorgen

Medienberichten zufolge hat der Konkurrent Domtar Corporation die unbefristete Stilllegung seines Zellstoffwerks Howe Sound angekündigt. Als Gründe nannte das Unternehmen anhaltend schwierige Marktbedingungen und massiv gestiegene Rohstoffkosten für Holzfasern. Diese Entwicklung wird am Markt als Anzeichen für einen weitreichenden Wandel in der regionalen Industrie gewertet, der auch Mercer unmittelbar betrifft.

Die Kosten für die Beschaffung von Fasermaterial in Westkanada gelten seit Längerem als Belastungsfaktor für die dort ansässigen Produzenten. Da Mercer International einen wesentlichen Teil seiner Produktionskapazitäten in dieser Region betreibt, befürchten Anleger eine weitere Verschlechterung der operativen Marge. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 80 Prozent an Wert verloren.

Liquidität und Restrukturierung im Fokus

Die operative Lage des Konzerns bleibt angespannt. Bereits vor gut drei Wochen wurde bekannt, dass Mercer im zweiten Quartal 2026 einen Nettoverlust von 76,0 Millionen US-Dollar verbuchen musste. Das operative EBITDA rutschte mit minus 21,0 Millionen US-Dollar in den negativen Bereich, was unter anderem auf eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung des Lagerbestands in Höhe von 29,0 Millionen US-Dollar zurückzuführen war.

Zudem belasten finanzielle Verpflichtungen die Bilanz. Vor rund zwei Wochen äußerte das Unternehmen in regulatorischen Berichten Zweifel an der Fortführung der Geschäftstätigkeit über die nächsten zwölf Monate.

Hintergrund sind eine im Januar 2027 auslaufende kanadische Kreditfazilität über 300 Millionen US-Dollar sowie drohende Verstöße gegen Kreditklauseln bei deutschen Finanzierungen im vierten Quartal 2026. Um die Liquidität zu sichern, hat Mercer einen Sonderausschuss gebildet und Berater engagiert, die strategische Alternativen sowie Finanzierungstransaktionen mit Gläubigern prüfen.

Analysteneinschätzungen und operative Maßnahmen

Trotz des schwierigen Umfelds hält das Management an seinem Effizienzprogramm „One Goal One Hundred“ fest. Ziel ist es, bis Ende des laufenden Jahres jährliche Rentabilitätsverbesserungen von 100 Millionen US-Dollar zu erreichen. Seit dem Start im April 2025 wurden laut Unternehmensangaben bereits Einsparungen von 54 Millionen US-Dollar erzielt.

Die Analysten von BofA Securities wiesen am gestrigen Montag in einer Studie zum Sektor darauf hin, dass die globalen Zellstoffpreise zwar ihre Talsohle erreicht haben könnten. Sie merkten jedoch an, dass nordamerikanischer Nadelholz-Zellstoff, das Hauptprodukt von Mercer, zunehmend unter dem Wettbewerbsdruck durch kostengünstigeren Eukalyptus-Zellstoff aus anderen Regionen leidet. Zacks Investment Research stufte die Aktie am 19. August im Durchschnitt mit einem Halten-Votum ein.

Für den kommenden Monat hat das Unternehmen eine planmäßige Wartungspause im Werk Peace River angekündigt. Die zehntägige Stilllegung im September dürfte die Produktion um etwa 15.000 Tonnen reduzieren. Detaillierte Zahlen zur aktuellen Geschäftsentwicklung werden für den 29. Oktober erwartet, wenn Mercer voraussichtlich die Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegt.

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