Mercer International Aktie: 350 Stellen in Torgau bis Q2 2027
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 10:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Zellstoffproduzent Mercer International reagiert auf die anhaltenden Verluste und ein schwieriges Marktumfeld mit einem weitreichenden Restrukturierungsprogramm. Im Fokus steht dabei insbesondere der deutsche Standort in Torgau, wo das Unternehmen einen massiven Stellenabbau plant. Gleichzeitig treibt das Management sein globales Effizienzprogramm voran, um die Liquidität zu sichern.
Hohe Verluste und Einschnitte am Standort Torgau
Gestern legte Mercer International die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vor. Das Unternehmen verzeichnete einen Nettoverlust von 76,0 Millionen US-Dollar oder 1,13 US-Dollar pro Aktie. Zwar stellt dies eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahresverlust von 86,1 Millionen US-Dollar dar, dennoch bleibt die finanzielle Lage angespannt. Das operative EBITDA belief sich im Berichtsquartal auf minus 21,0 Millionen US-Dollar, was unter anderem durch eine nicht zahlungswirksame Abschreibung auf Vorräte in Höhe von 29,0 Millionen US-Dollar belastet wurde.
Infolge der anhaltenden Schwäche am Zellstoffmarkt hat Mercer eine umfassende Restrukturierung des Standorts Torgau angekündigt. Medienberichten zufolge sollen dort bis zum zweiten Quartal 2027 etwa 350 Stellen gestrichen werden. Dieser Schritt ist Teil einer Strategie, die Kostenbasis deutlich zu senken und die operative Effizienz zu steigern. Der Umsatz im zweiten Quartal lag mit 460,28 Millionen US-Dollar leicht über dem Vorjahresniveau, verfehlte jedoch die Markterwartungen von 475,9 Millionen US-Dollar.
Sparziele und strategische Überprüfung der Schulden
Um den finanziellen Spielraum zu erweitern, setzt Mercer verstärkt auf sein Kostensenkungsprogramm „One Goal One Hundred“. Bis heute konnte das Unternehmen Einsparungen in Höhe von 54 Millionen US-Dollar realisieren, wobei allein 13 Millionen US-Dollar auf das abgelaufene zweite Quartal entfielen. Das erklärte Ziel bleibt es, bis zum Jahresende eine jährliche Ersparnis von 100 Millionen US-Dollar zu erreichen.
Parallel zu den Sparmaßnahmen hat das Unternehmen Berater engagiert, um strategische Alternativen zur Sicherung der Liquidität zu prüfen. Dabei stehen insbesondere Gespräche mit den Inhabern von vorrangigen Anleihen (Senior Notes) im Vordergrund, die in den Jahren 2028 und 2029 fällig werden. Das Management versucht so, die Kapitalstruktur angesichts der schwachen Marktlage proaktiv zu steuern.
Herausforderndes Marktumfeld belastet den Kurs
Die aktuelle Situation wird durch steigende Rohstoffkosten verschärft. Während die Realisierungspreise für NBSK-Zellstoff um etwa 10 Prozent auf 682 US-Dollar pro Tonne sanken, stiegen die Faserkosten im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent. Auch produktionsseitig stehen Unterbrechungen an: Das Zellstoffwerk Peace River in Alberta plant für September eine zehntägige Wartungsmaßnahme, die zu einem Produktionsausfall von rund 15.000 Tonnen führen dürfte.
Analysten bewerten die Lage unterschiedlich. Während die Experten von RBC ein Kursziel von 1,00 US-Dollar ausgeben, liegt die Einschätzung von TD Securities mit 1,50 US-Dollar deutlich höher. An der Börse reagierten Anleger heute skeptisch auf die Nachrichten: Das Papier verliert am heutigen Freitag 7,38 Prozent und notiert bei 0,5400 Euro. Damit setzt sich der negative Trend des laufenden Jahres fort, in dem die Aktie seit Jahresbeginn bereits 68,24 Prozent an Wert verloren hat. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich aktuell auf rund 41,16 Millionen Euro.
Mercer International-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mercer International-Analyse vom 7. August liefert die Antwort:
Die neusten Mercer International-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mercer International-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Mercer International: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
