Mercer, International

Mercer International Aktie: 30. September als Kreditfrist

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mercer International kämpft in Deutschland mit Produktionspausen, hohen Faserkosten und Finanzdruck, während Nordamerika positive Impulse liefert.

Mercer International: Stillstand und Kreditauflagen belasten Aktie
Industrielle Holzverarbeitungsanlage bei Dämmerung mit Fokus auf Holzstapel und Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Der Zellstoffproduzent Mercer International steuert auf einen operativ wie finanziell entscheidenden Monat zu. Während die Aktie am heutigen Mittwoch mit einem Plus von 2,5 % auf 0,3402 € in den Handel startete, wird die Geschäftstätigkeit in Deutschland durch massive Einschränkungen belastet.

Im Mittelpunkt steht dabei das Werk Mercer Rosenthal, dessen geplanter Wartungsstillstand auf den gesamten September ausgedehnt wurde. Diese Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund eines schwierigen Marktumfeldes, in dem das Unternehmen mit hohen Rohstoffkosten und einer verzögerten Erholung der weltweiten Zellstoffpreise kämpft.

Produktionsstopp bremst deutsches Kerngeschäft

Die Ausweitung des Stillstands im Werk Rosenthal ist Teil einer tiefergehenden operativen Neuausrichtung in Deutschland. Bereits im Rahmen der Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal vor rund einem Monat wurde deutlich, dass die deutschen Zellstoffwerke derzeit mit einem negativen Cashflow operieren.

Um die Gewinnschwelle nach Investitionen zu erreichen, schätzt das Management, dass Verbesserungen in einer Größenordnung von 35 bis 40 Millionen Dollar erforderlich sind.

Parallel dazu schreitet die Restrukturierung am Standort Torgau voran. Dort sieht Mercer International eine Reduzierung der Belegschaft um 350 Stellen vor, die bis zum zweiten Quartal 2027 abgeschlossen sein soll. Zudem wurde die Produktionsrate in den Werken Stendal und Rosenthal um 10 % gesenkt.

Als Hauptursache für den Druck auf die deutschen Standorte nennt das Unternehmen historisch hohe Faserkosten. Diese seien primär darauf zurückzuführen, dass infolge des Krieges in der Ukraine keine Holzimporte aus Russland mehr möglich sind, was die Beschaffungskosten massiv in die Höhe getrieben hat.

Kreditbedingungen und Restrukturierung im Fokus

Die finanzielle Lage bleibt angespannt, was sich auch im Kursverlauf widerspiegelt. Erst am Freitag markierte der Titel mit 0,3002 € ein neues 52-Wochen-Tief. Ein kritischer Termin für das Unternehmen ist der 30. September.

Zu diesem Zeitpunkt läuft eine Ausnahmeregelung (Waiver) für die Verschuldungsquote der deutschen revolvierenden Kreditfazilität aus. Das Management räumte bereits ein, dass man davon ausgehe, die erforderlichen Kennzahlen im vierten Quartal 2026 ohne weitere Anpassungen nicht einhalten zu können.

Hoffnungsschimmer kommen hingegen aus Nordamerika und dem Bereich Mass Timber. In Kanada sicherte die Regierung dem Werk Mercer Peace River vor gut einer Woche finanzielle Unterstützung in Höhe von 20 Millionen Kanadischen Dollar zu. Davon entfallen 19 Millionen auf ein rückzahlbares Darlehen, dessen Tilgung erst im Jahr 2031 beginnt.

Das Kapital soll in die Modernisierung und in Initiativen zur Bioenergie investiert werden. Zudem verzeichnete das Geschäft mit Massivholzprodukten im zweiten Quartal ein Umsatzplus von 25 % gegenüber dem Vorquartal, getrieben durch Aufträge für Rechenzentren großer Hyperscaler.

Finanzielle Stabilität und Analysteneinschätzungen

Trotz der strategischen Fortschritte im Mass-Timber-Sektor und des Kostensenkungsprogramms "One Goal One Hundred", das bis zum Ende des zweiten Quartals kumulierte Einsparungen von 54 Millionen Dollar lieferte, bleiben die Analysten vorsichtig. Das zweite Quartal schloss Mercer mit einem Nettoverlust von 76 Millionen Dollar und einem negativen operativen EBITDA von 21 Millionen Dollar ab.

Vor rund drei Wochen passten mehrere Analysehäuser ihre Erwartungen an die neue Realität an. Der CIBC-Analyst Hamir Patel senkte das Kursziel für die Aktie von 1,50 Dollar auf 1,00 Dollar. Noch deutlicher fiel die Korrektur durch die Analysten von TD aus, die ihr Kursziel von 0,40 Dollar auf 0,15 Dollar reduzierten und ihre Verkaufsempfehlung beibehielten.

Anleger blicken nun auf den 29. Oktober, wenn Mercer International die Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen wird, die weiteren Aufschluss über den Erfolg der Restrukturierungsmaßnahmen geben dürften.

Anzeige

Mercer International-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mercer International-Analyse vom 2. September liefert die Antwort:

Die neusten Mercer International-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mercer International-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Mercer International: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer...

de | US5880561015 | MERCER | boerse | 70042314 |