Mercer International Aktie: 0,3002 Euro neues 52-Wochen-Tief
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 15:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die finanzielle Unterstützung durch die kanadische Regierung verschafft Mercer International zwar neuen Spielraum für Modernisierungen, doch an der Börse hält die Skepsis an.
Am heutigen Freitag markierte die Aktie mit 0,3002 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Damit setzt sich eine massive Abwärtsbewegung fort, die das Papier bereits seit Jahresbeginn belastet. Die Anleger reagieren weiterhin auf die schwachen Quartalsergebnisse und die hohen Schuldenlasten des Zellstoffproduzenten.
Millionen-Förderung für Peace-River-Werk
Am Mittwoch gab Mercer International bekannt, dass die kanadische Regierungsbehörde PrairiesCan finanzielle Unterstützung in Höhe von insgesamt 20 Millionen kanadischen Dollar (rund 14 Millionen US-Dollar) zugesagt hat.
Diese Mittel sind zweckgebunden für das Werk Mercer Peace River Pulp vorgesehen. Das Finanzierungspaket besteht aus einem nicht rückzahlbaren Beitrag von einer Million kanadischen Dollar sowie einem rückzahlbaren Darlehen über 19 Millionen kanadische Dollar.
Mit diesem Kapital plant das Unternehmen, den Transformationsprozess des Standorts voranzutreiben. Im Fokus stehen dabei die Modernisierung der Anlage, der Ausbau der Bioenergieproduktion sowie Projekte zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung. Die Rückzahlung des Darlehensanteils soll laut Unternehmensangaben erst im Jahr 2031 beginnen. Trotz dieser langfristig orientierten Hilfe bleibt die aktuelle finanzielle Lage des Konzerns angespannt.
Quartalsverluste und strategische Schuldenplanung
Der Hintergrund der jüngsten Kursverluste liegt vor allem in den Zahlen zum zweiten Quartal, die das Unternehmen vor gut drei Wochen vorlegte. Mercer International verzeichnete in diesem Zeitraum einen Nettoverlust von 76,0 Millionen US-Dollar oder 1,13 US-Dollar pro Aktie.
Der Umsatz blieb mit 460,3 Millionen US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Besonders belastend wirkte sich ein negatives operatives EBITDA von 21,0 Millionen US-Dollar aus, worin eine nicht zahlungswirksame Wertminderung der Vorräte in Höhe von 29,0 Millionen US-Dollar enthalten war.
Parallel zu den operativen Herausforderungen führt das Management unter CEO Juan Carlos Bueno Gespräche über strategische Alternativen zur Adressierung der Schuldenfälligkeiten.
Wie das Unternehmen vor gut drei Wochen bestätigte, befinde man sich im Austausch mit den Inhabern der Senior Notes für die Jahre 2028 und 2029. Ziel sei es, die Liquidität zu erhöhen und die Kapitalstruktur zu stärken, wobei bislang noch keine verbindlichen Vereinbarungen erzielt wurden.
Analysten senken die Kursziele
Die Marktreaktion auf die wirtschaftliche Entwicklung fiel am Berichtstag deutlich aus: Das Papier verzeichnete einen Rückgang von -8,0 %. Damit vergrößert sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf nunmehr -89 %. Bereits kurz nach Vorlage der Quartalszahlen hatten namhafte Analysehäuser auf die Verschlechterung der Fundamentaldaten reagiert und ihre Einschätzungen angepasst.
So senkten sowohl CIBC als auch RBC Capital ihre Kursziele für Mercer International am 10. August deutlich. Der Analyst Hamir Patel von CIBC reduzierte sein Ziel von zuvor 1,00 US-Dollar auf 0,75 US-Dollar und behielt die Einstufung „Neutral“ bei. Auch RBC Capital setzte das Kursziel auf 0,75 US-Dollar fest.
Zwar konnte das interne Sparprogramm „One Goal One Hundred“ im zweiten Quartal zusätzliche Einsparungen von 13,0 Millionen US-Dollar erzielen, doch diese Fortschritte reichten bisher nicht aus, um die Sorgen der Investoren hinsichtlich der Bilanzstabilität dauerhaft zu zerstreuen.
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