MDAX, Süss-Zahlen

MDAX: Süss-Zahlen bremsen Index

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 09:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lieferkettenprobleme verschieben Umsätze bei Süss MicroTec; der Free Cashflow stieg in den ersten neun Monaten auf 65,3 Millionen Euro.
Geschäftiges Treiben an der Börse mit unscharfen Akteuren im Hintergrund vor einer Glasfront. Illustration mit AI erstellt.

Der MDAX legt am Donnerstag deutlich zu, doch ein Index-Mitglied schert aus: Süss MicroTec verliert trotz Rekordaufträgen gut fünf Prozent. Der Grund liegt weniger in der Nachfrage als in der Auslieferung.

Rekordbestand, aber Lieferengpässe

Der Auftragseingang der ersten neun Monate erreichte 633,5 Millionen Euro, davon entfielen 223,5 Millionen auf das dritte Quartal. Der Auftragsbestand stieg zum 30. September auf 600,6 Millionen Euro, das Verhältnis von Aufträgen zu Umsatz lag im Quartal bei 2,1. Treiber ist Advanced Packaging, vor allem Beschichtungsanlagen für KI-Chipmodule. Die Nachfrage zog laut Unternehmen in allen Produktlinien an.

Ein großer Teil des Bestands ist für Auslieferungen 2027 und 2028 vorgesehen. Das schafft Planungssicherheit, verschiebt die Umsätze aber nach hinten.

Genau dort liegt das Problem. Lieferengpässe in der Lieferkette verzögern einzelne Auslieferungen und damit die Umsatzrealisierung. Der Neunmonatsumsatz belief sich auf 299,8 Millionen Euro, bei einer Bruttomarge von 37,0 Prozent und einer EBIT-Marge von 6,1 Prozent.

Prognose und Umbau

Für 2026 erwartet Süss einen Umsatz von 405 bis 425 Millionen Euro. Die Bruttomarge soll zwischen 35 und 37 Prozent liegen, die EBIT-Marge zwischen 5 und 7 Prozent. Die Spanne berücksichtigt Lieferengpässe und Verlagerungskosten.

Denn der Konzern ordnet seine Produktion neu. Künftig konzentriert sie sich auf Zhubei in Taiwan und Sternenfels in Deutschland. Die Fertigung von Mask-Alignern zieht 2027 von Garching nach Zhubei, weitere Module wandern nach Sternenfels. Dafür sind rund 6,2 Millionen Euro Einmalkosten geplant.

Positiv fällt der Cashflow aus: Der Free Cashflow drehte auf 65,3 Millionen Euro, nach minus 28,1 Millionen im Vorjahr. Die liquiden Mittel stiegen auf 160,4 Millionen Euro, maßgeblich dank Anzahlungen für Coater-Projekte.

Einordnung für den Index

Der Süss-Kurs fiel auf rund 48 Euro. Auf Monatssicht steht der Titel mit mehr als 35 Prozent im Minus, auf Jahressicht aber noch deutlich im Plus. Marktteilnehmer scheinen die Margenschwäche und die verschobenen Umsätze stärker zu gewichten als den Rekordbestand. Der MDAX selbst notierte zeitgleich bei rund 31.300 Punkten und gewann knapp zwei Prozent, sodass der Süss-Abschlag den Index nur am Rande belastet.

Entscheidend bleibt nun, ob Süss die Lieferketten bis zur Auslieferungswelle 2027 stabilisiert. Dann würden sich die Aufträge in Umsatz und Marge niederschlagen.

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