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Marvell Technology Aktie: Celestial AI übernommen

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 15:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Marvell verliert weiter an Wert, obwohl das Rechenzentrumsgeschäft wächst. Anleger prüfen Margenausblick, Google-Kooperation und Bewertung.

Trader betrachten Kurscharts auf großen Bildschirmen in einem Börsenhandelsraum
Börsen-Editorialfoto mit Handelsraum und Kurscharts bezieht sich auf Marvell Technology, Aktie ISIN US5738741041, NASDAQ-notiert Illustration mit AI erstellt.

Der Ausverkauf bei Marvell Technology setzt sich fort. Am heutigen Mittwoch verliert die Aktie 2,3 Prozent und rutscht damit weiter von ihren Rekordständen ab. Auslöser ist diesmal keine unternehmensspezifische Nachricht, sondern ein breiterer Rückzug aus Wachstumswerten an den US-Börsen, der insbesondere Halbleiterwerte trifft.

Kein neuer Auslöser, aber alte Fragen bleiben

Anders als bei früheren Kursrutschen lässt sich der heutige Rückgang nicht auf ein konkretes Unternehmensereignis zurückführen. Vielmehr wirkt die Skepsis nach, die Anleger bereits seit dem Rekordquartal begleitet: Trotz eines Umsatzsprungs von 37 Prozent im zweiten Geschäftsquartal auf 2,739 Milliarden Dollar und einer angehobenen Umsatzprognose reagierte der Markt mit Kursverlusten.

Im Zentrum der Zurückhaltung steht weiterhin die Marge – Marvell rechnet für das laufende Quartal mit einer bereinigten Bruttomarge von 57,5 bis 58,5 Prozent, nach 58,9 Prozent im abgelaufenen Quartal. Für viele Investoren ist das ein Warnsignal angesichts der ambitionierten Bewertung des Titels.

Der Google-Deal als Kurstreiber und Streitpunkt

Parallel zur Diskussion über die Margenentwicklung beschäftigt Anleger weiterhin die im August erweiterte Vereinbarung mit Google. Der Internetkonzern erhielt einen Optionsschein auf bis zu 58.970.907 Marvell-Aktien zu einem Ausübungspreis von 206,58 Dollar, gültig bis August 2033. Weitere Tranchen dieses Optionsscheins vesten jeweils, wenn Google Marvell-Kundenprodukte im Wert von 500 Millionen Dollar abgenommen hat – ein Mechanismus, der die tatsächliche Wertschöpfung für Marvell an konkrete Umsatzmeilensteine koppelt statt an vage Zukunftsversprechen.

Im Rahmen der Kooperation soll Marvell künftig KI-Inferenzbeschleuniger, Speicher-, Netzwerk- und Memory-Interface-Controller sowie Nahfeld-Computing-Technologien für Google entwickeln.

Als die Erweiterung des Deals Mitte August bekannt wurde – der Optionsschein könnte bei vollständiger Ausübung einen Wert von bis zu 12,2 Milliarden Dollar erreichen – sprang die Aktie im vorbörslichen Handel um mehr als 11 Prozent nach oben.

Diese Euphorie ist inzwischen verflogen. Anleger fragen sich nun, wie schnell sich die milliardenschwere Kooperation tatsächlich in Umsatz niederschlägt, und ob die aktuelle Bewertung diese Unsicherheit ausreichend berücksichtigt.

Wachstumsstory im Rechenzentrumsgeschäft intakt

Operativ liefert Marvell weiterhin die Zahlen, die das Wachstumsnarrativ stützen. Das Rechenzentrumsgeschäft erzielte im zweiten Quartal einen Rekordumsatz von 2,17 Milliarden Dollar, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen in diesem Segment ein Wachstum von rund 60 Prozent, im kommenden Jahr sogar von mehr als 60 Prozent. Für das dritte Quartal stellte Marvell einen Umsatz von 3,15 Milliarden Dollar in Aussicht, ein Anstieg von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Ergänzt wird das Portfolio durch die im Februar abgeschlossene Übernahme von Celestial AI, einem Pionier für optische Interconnect-Technologie. Dessen Photonic-Fabric-Technologie soll die Anbindung großer KI-Rechenzentren mit hoher Bandbreite und niedriger Latenz verbessern – ein weiterer Baustein in der Strategie, sich als zentraler Zulieferer für KI-Infrastruktur zu positionieren.

Ausblick

Nach einem Rückgang von 39 Prozent gegenüber dem 52-Wochen-Hoch bleibt die Aktie deutlich unter ihren Bestmarken vom Juni. Für Anleger bleibt die entscheidende Frage, ob die operative Stärke im Rechenzentrumsgeschäft und die langfristige Google-Partnerschaft die kurzfristige Skepsis über Margen und Bewertung überwiegen. Ein für Anfang Oktober angekündigter Investor Day dürfte hierzu weitere Antworten liefern.

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