Marti, Aktie

Marti Aktie: Erstmals profitabel

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 15:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Marti Technologies erreicht im Q2 2026 erstmals eine positive EBITDA-Marge. Umsatz und Nutzerzahlen wachsen stark, der Nettoverlust bleibt jedoch hoch.

Marti Technologies: Erstmals positive EBITDA-Marge dank Türkei-Geschäft
Moderne Baustelle bei Sonnenaufgang als Symbol für Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg in der Bauindustrie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Türkiye zahlt sich aus: Marti Technologies hat im zweiten Quartal 2026 erstmals eine positive bereinigte EBITDA-Marge erreicht — ein Meilenstein, auf den das Management lange hingearbeitet hat. Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit einem Plus von 4 Prozent auf 2,08 Dollar.

Umsatz übertrifft Erwartungen deutlich

Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 141 Prozent auf knapp 20 Millionen Dollar und lag damit klar über der Analystenschätzung von 16,69 Millionen Dollar.

Die Bruttomarge erreichte mit 77 Prozent einen Rekordwert, nach 57 Prozent im Vorquartal. Das bereinigte EBITDA drehte auf plus 2,9 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 2,4 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

Unter dem Strich blieb dennoch ein GAAP-Nettoverlust von 12,5 Millionen Dollar — der Verlust je Aktie von 0,15 Dollar verfehlte die Prognose von minus 0,06 Dollar deutlich.

Der Grund liegt in einer einmaligen, nicht zahlungswirksamen Belastung von 8,3 Millionen Dollar im Zusammenhang mit der Umwandlung von Wandelanleihen. Ohne diesen Sondereffekt hätte sich der Nettoverlust auf 4,2 Millionen Dollar belaufen, gegenüber 9,2 Millionen Dollar im Vorjahr.

Anleger scheinen sich stärker an Umsatzwachstum und Margenausweitung zu orientieren als am Gewinnfehlschlag. Die Fahrtenzahl stieg um 73 Prozent auf 18,8 Millionen, die Zahl aktiver Nutzer wuchs um 76 Prozent auf 2,4 Millionen — bei stabiler Nutzungsfrequenz pro Kunde, was das Unternehmen als Zeichen gesunden Wachstums wertet.

Ausblick angehoben, Expansion läuft weiter

Marti erhöhte die Jahresprognose für 2026 auf 85 Millionen Dollar Umsatz und 7 Millionen Dollar bereinigtes EBITDA. Das Unternehmen ist mittlerweile in 30 türkischen Städten aktiv, monetarisiert davon aber erst sieben. Die übrigen Standorte, darunter zehn erst im dritten Quartal gestartete Städte, sollen frühestens 2027 nennenswert zum Umsatz beitragen.

Geografisch verschiebt sich das Geschäft: Istanbul macht inzwischen weniger als die Hälfte des Umsatzes aus, das Management rechnet langfristig mit einem Anteil von rund einem Drittel. Der Wachstumsschub kommt derzeit vor allem aus den übrigen Landesteilen.

Parallel treibt Marti seine Ambitionen im autonomen Fahren voran — über eine mehrjährige Partnerschaft mit dem Technologieanbieter Tensor sollen zunächst Pilotprojekte die Sicherheit der Technologie in der Türkei belegen, bevor größere Investitionen folgen.

Ein bestehendes Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 2,5 Millionen Dollar bleibt bis Oktober 2026 gültig. Das Management signalisierte, den Rückkauf bei anhaltend niedriger Bewertung fortzusetzen — die Kapitalallokation soll aber überwiegend ins Wachstum fließen, nicht in Rückkäufe.

Die Kursziele der Analysten reichen von 2,40 bis 6,00 Dollar — eine Spanne, die die Unsicherheit über das Tempo der Skalierung in den neuen Städten widerspiegelt. Entscheidend für das vierte Quartal wird laut Unternehmensangaben sein, ob das Fahrtenwachstum das Tempo aus dem dritten Quartal hält, wenn auch saisonal etwas schwächer.

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