Marks, Spencer

Marks and Spencer Aktie: Gewinn verdoppelt sich

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 09:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lebensmittel und Ocado Retail stützen Marks & Spencer; die Modesparte bleibt hinter ihrem Potenzial, während hohe Investitionen anstehen.
Abstrakte Darstellung einer modernen Einzelhandelsumgebung mit weichem Licht, die wirtschaftliches Wachstum symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Marks & Spencer hat sich im ersten Halbjahr 2026 vom Cyberangriff des Vorjahres erholt. Der bereinigte Vorsteuergewinn stieg auf 403,2 Millionen Pfund, nach 184,1 Millionen im Vergleichszeitraum 2025. Die Aktie reagierte im frühen Handel kaum.

Food treibt, Mode hinkt

Der Konzernumsatz legte um 16,2 Prozent auf 9,3 Milliarden Pfund zu. Haupttreiber bleibt das Lebensmittelgeschäft: Die Erlöse wuchsen um 13,9 Prozent, auf vergleichbarer Fläche um 11,7 Prozent. Das bereinigte Betriebsergebnis der Sparte erreichte 288,6 Millionen Pfund bei einer Marge von 5,6 Prozent.

Schwächer fällt Fashion, Home & Beauty aus. Der Bereich gewann zwar Marktanteile, verfehlte aber nach Einschätzung von Konzernchef Stuart Machin sein Potenzial.

Die Verfügbarkeit, vor allem in der Damenmode, normalisierte sich nach dem Cyberangriff langsamer als erwartet. Hinzu kamen ein stark von Rabatten geprägter Markt und ein heißer Sommer, der Käufer ins Online-Geschäft verlagerte. Das ist die teurere Vertriebsschiene. Das bereinigte Betriebsergebnis der Sparte lag bei 150,5 Millionen Pfund. "Wir stehen noch am Fuß der Transformation", sagte Machin.

Positiv überraschte Ocado Retail, das mit einem bereinigten Betriebsgewinn von 25,6 Millionen Pfund in die Gewinnzone zurückkehrte. Das internationale Geschäft wuchs trotz der Störungen im Nahen Osten um 22 Prozent.

Hohe Investitionen, Sparprogramm

Die Bilanz bleibt solide. Die Nettoliquidität ohne Leasingverbindlichkeiten stieg auf 374,7 Millionen Pfund, die Kapitalrendite auf 15,3 Prozent. Die Zwischendividende erhöht der Konzern um 16,7 Prozent.

Gleichzeitig fährt M&S die Investitionen hoch. Für das Gesamtjahr sind rund 750 Millionen Pfund nach Abzug von Verkäufen eingeplant, etwa zwei Drittel davon für das Lebensmittelgeschäft. Größtes Einzelprojekt ist das Verteilzentrum in Daventry mit 340 Millionen Pfund. Avonmouth läuft an, Lichfield erweitert die automatisierte Online-Kapazität.

Kostendruck durch höhere Löhne, Sozialabgaben und Verpackungsabgaben will das Management mit strukturellen Einsparungen auffangen. Im laufenden Geschäftsjahr sollen es mehr als 120 Millionen Pfund sein, bis zum Geschäftsjahr 2028 insgesamt 600 Millionen.

Ausblick und neue Technik

Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen bereinigten Vorsteuergewinn im Rahmen der Marktprognosen. Die Lebensmittelmarge soll über dem Niveau von vor zwei Jahren liegen, in der Mode wird eine schrittweise Verbesserung erwartet. Im Oktober kehrte das Modegeschäft nach Konzernangaben gegenüber 2024 wieder in den Wachstumsmodus zurück.

Parallel dazu setzt M&S bei neuen Filialen auf die Connected-Store-Plattform von Vusion mit Bluetooth-Regaletiketten, die Produkte per Blinksignal auffindbar machen und Inventurprozesse vereinfachen sollen. Weitere Ausrollungen sind möglich.

Nächste Woche, am Dienstag, stellt die Führung auf einem Kapitalmarkttag die Pläne für die Modesparte im Detail vor.

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