Marinomed Aktie: Earn-out von Unither platzt
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Marinomed Biotech AG hat die Veröffentlichung ihres Halbjahresberichts für das laufende Jahr verschoben. Wie das Unternehmen über den Dienst ots.at mitteilte, erfolgte die für vorgestern geplante Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 vorerst nicht. Diese Verzögerung fällt in eine kritische Phase für das österreichische Biopharma-Unternehmen, das sich derzeit in einem gerichtlichen Restrukturierungsprozess befindet.
Abbruch der Verhandlungen mit Unither Pharmaceuticals
Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen sind unter anderem gescheiterte Verhandlungen mit dem Partner Unither Pharmaceuticals. Medienberichten zufolge wurden die Gespräche über Earn-out-Zahlungen, die aus dem Verkauf der Carragelose-Sparte im Februar 2025 resultierten, abgebrochen. Marinomed hatte aus dieser damaligen Transaktion bereits eine fixe Kaufpreiskomponente in Höhe von 5,0 Millionen Euro verbucht.
Durch den Abbruch der weiteren Verhandlungen entfällt für das Unternehmen jedoch ein potenzieller finanzieller Zufluss von bis zu 15,0 Millionen Euro. Diese fehlenden Mittel waren ein wesentlicher Grund für die Einreichung des Antrags auf ein gerichtliches Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung vor über einem Monat. In der Folge eröffnete das Landesgericht Korneuburg das entsprechende Verfahren, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens wiederherzustellen.
Weichenstellungen am Landesgericht Korneuburg
Zur Insolvenzverwalterin für das laufende Verfahren wurde Mag. Dr. Ulla Reisch bestellt. Für Anleger und Gläubiger rücken nun zwei spezifische Termine am Landesgericht Korneuburg in den Fokus, die über den weiteren Fortgang der Sanierung entscheiden könnten. Am Donnerstag kommender Woche, dem 24. September, ist eine Berichts- und Prüfungstagsatzung angesetzt. In diesem Rahmen wird die aktuelle wirtschaftliche Lage des Unternehmens vor Gericht detailliert erörtert.
Die Entscheidung über die langfristige Zukunft von Marinomed fällt voraussichtlich Ende nächsten Monats. Für den 29. Oktober ist die Verhandlung über den Sanierungsplan angesetzt. In diesem Termin wird sich zeigen, ob das Unternehmen die notwendige Zustimmung der Gläubiger für den vorgeschlagenen Restrukturierungskurs erhält und die Sanierung wie geplant fortgesetzt werden kann.
Marktreaktion und charttechnische Lage
An der Börse spiegelt sich die angespannte Situation im Kursverlauf wider. Das Papier beendete den Handel am gestrigen Donnerstag bei einem Stand von 4,50 Euro. Damit verzeichnet der Wert seit Beginn des Kalenderjahres einen Rückgang von 76 Prozent. Die Aktie kämpft damit weiterhin um eine Bodenbildung, nachdem die Unsicherheiten über die künftige Finanzierung den Börsenwert massiv belastet haben.
Aus technischer Sicht zeigt sich die Schwäche der Notierung auch im Vergleich zu mittelfristigen Trendlinien. Der Kurs notiert aktuell 14 Prozent unter seinem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Tage. Investoren warten nun darauf, ob die kommenden Gerichtstermine sowie die spätere Veröffentlichung der Halbjahreszahlen neue Erkenntnisse über die Liquiditätslage und die operativen Fortschritte des Unternehmens liefern können.
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