Manhattan Aktie: Cloud überholt Services
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 22:45 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Meilenstein im Geschäftsmodell: Bei Manhattan Associates übertrifft der Cloud-Umsatz erstmals den Services-Umsatz. Das Softwareunternehmen für Lieferkettenlösungen legte nach Börsenschluss Zahlen zum dritten Quartal vor und lag deutlich über den Erwartungen.
Zahlen über den Prognosen
Der Umsatz stieg auf 306,2 Millionen Dollar, nach 275,8 Millionen im Vorjahresquartal. Analysten hatten mit rund 297 Millionen Dollar gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 1,55 Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 1,46 Dollar. Nach GAAP-Rechnung lag er bei 1,04 Dollar.
Treiber ist das Cloud-Geschäft. Die Erlöse aus Cloud-Abonnements wuchsen um 28 Prozent auf 134,4 Millionen Dollar und liegen damit gleichauf mit dem Services-Umsatz, der kaum zulegte. Genau diese Kennzahl galt vor der Veröffentlichung als Dreh- und Angelpunkt der Bewertung: Die Aktie hatte seit April rund 70 Prozent gewonnen und handelte zuletzt mit einem hohen Aufschlag auf den Free Cashflow.
Die vertraglich gesicherten künftigen Umsätze (RPO) stiegen auf 2,59 Milliarden Dollar, ein Plus von 25 Prozent zum Vorjahr. Konzernchef Eric Clark sprach von einem weiteren Rekordquartal bei den Neuabschlüssen, verwies aber auf anhaltenden makroökonomischen Gegenwind.
Schwächen im Detail
Nicht alles glänzt. Der operative Cashflow sank im Quartal auf 68,6 Millionen Dollar, nach 93,1 Millionen im Vorjahr. Die Forderungslaufzeit verlängerte sich von 67 auf 81 Tage, was das Unternehmen mit hohen Rechnungsstellungen im letzten Quartalsmonat erklärt.
Der operative Gewinn nach GAAP legte nur moderat auf 81,0 Millionen Dollar zu. Über die ersten neun Monate liegt er sogar knapp unter dem Vorjahreswert, während der bereinigte Wert steigt.
Aktionäre profitieren von Rückkäufen. Im Quartal flossen 50 Millionen Dollar in eigene Aktien, seit Jahresbeginn 325 Millionen. Unter der im März erweiterten Ermächtigung stehen noch etwa 175 Millionen Dollar zur Verfügung.
Neues Gesicht im Aufsichtsgremium
Parallel dazu holt sich Manhattan Verstärkung für den Verwaltungsrat. Juan Perez, zuletzt IT-Chef bei Salesforce und zuvor über 30 Jahre bei UPS, zieht zum 28. Januar 2027 ins Gremium ein. Er verantwortete bei Salesforce unter anderem den KI-Rat, was zur Strategie von Manhattan mit seinen KI-Agenten passt.
Analysten hatten zuletzt mehrfach nachgelegt: Citi hob das Kursziel auf 260 Dollar, Stifel auf 250 Dollar. Die Aktie notierte vor den Zahlen bei etwa 236 Dollar. Wie der Markt die Mischung aus starkem Cloud-Wachstum und schwächerem Cashflow bewertet, zeigt sich am Mittwoch im Handel nach der Telefonkonferenz des Managements.
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